Das Fräulein hat sich ins Arbeitszimmer zurückgezogen.

Dort ist ihr Schlafplatz. Oft liegt sie aber auch im Wohnzimmer, gern unter dem großen Tisch, wenn ich hier sitze und schreibe, lese oder Podcast höre. Was ja ohnehin meine Hauptbeschäftigungen sind, wenn ich nicht gerade koche, mit dem Fräulein spazieren gehe oder kleine Übungen probiere, weil mir seit zwei Tagen der Rücken schon beim Atmen wehtut.

Nach dem Morgenspaziergang habe ich mir heute bei Ben „ungescripted“ – diesem Typen, der neulich vier Stunden mit dem Teufel gesprochen hat – das Interview mit Holger Friedrich angeschaut. Mit jenem Mann, der gemeinsam mit seiner Frau 2019 durch den Kauf des Berliner Verlages und in diesem Februar durch die Markteinführung der Ostdeutschen Allgemeinen Zeitung bei den westlichen Medien für Schnappatmung gesorgt hat.

Ich habe Holger Friedrich schon auf anderen Portalen gehört und höre ihm immer wieder gern zu. Plötzlich stellte und stellt ein Ostdeutscher westdeutsche Selbstverständlichkeiten infrage. Wer erzählt deutsche Geschichte? Wer definiert „seriösen Diskurs“? Dürfen ostdeutsche Erfahrungen eigenständig interpretiert werden? Wie viel Abweichung vom medialen Mainstream ist akzeptabel? Und nicht zuletzt: Wer besitzt kulturelle Deutungshoheit? Doch wohl nicht so ein hergelaufener Neureicher, der sich als junger Mann sogar von der Stasi hat einspannen lassen. Dass man ihn dazu erpresst habe, das kann doch nur erfunden sein.

Interessanter Mann, interessantes Gespräch, Überlegungen, die ich teile. Von der Ostdeutschen werde ich mir selbst ein Bild machen. Ich habe gerade ein Probeabo abgeschlossen.

3 Gedanken zu „Das Fräulein hat sich ins Arbeitszimmer zurückgezogen.“

  1. Es muss an meinem halb verdorbenen Magen liegen, dass ich heute lieber das Fräulein wäre.
    Wenn man Uhren vergleicht, und beide zeigen auf die Sekunde genau dieselbe Zeit an, bedeutet dies, dass beide richtig gehen, oder dass man sie vergleicht in eben der Sekunde, als die kaputte Uhr eben diese Zeit anzeigte?

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