Untersberg. Gaisberg. Watzmann. Hochkalter. Hohe Göll. Schlafende Hexe. Diese Formation ist die Einzige, die ich problemlos identifizieren kann. Sonst habe ich immer nur genickt, wenn die ehemalige Nachbarin begeistert auf einen Berg gezeigt hat. (Kann ich mir nicht merken. Kommt vielleicht noch. Glaube ich aber nicht.)
Vorerst versuche ich, mir die Wege von und zur S-Bahn zu merken. Ich werde ab und zu einspringen, wenn jemand gebraucht wird, der Zeit mit der dementen Mutter verbringt oder den Hund spazieren führt. Heute war mein erster kurzer Einsatz.
Auf dem Heimweg stehe ich dann wie der Ochs vorm Tor. Lechts? Rinks? Was meinen Google? Eine junge Frau erkennt meine Not. Kann ich Ihnen helfen? Zur Bahn? Hergekommen bin ich ja, aber wie?
Ich finde den Bahnhof, der Zug scheint auf mich gewartet zu haben. Er hätte vor drei Minuten fahren sollen. Eigentlich will ich noch bei Stadler in Hammerau das Rad abholen, das ich die nächsten drei Wochen nutzen kann. Am Samstag haben wir es in dem Riesengeschäft mit der Riesenauswahl – so etwas habe ich noch nicht, und muss ich so schnell auch nicht wieder sehen – zur Überholung abgegeben.
Aber: Ich verpasse den Ausstieg, weil ich noch dringend das WC aufsuchen musste. Dafür bringe ich beim Fahrkartenkontrolleur in Erfahrung, dass ich auf diesem Teil der Strecke ein Rad unentgeltlich mitnehmen kann. Sieh an. Die Bayern.
Den Weg von der Bahn in mein neues Zuhause finde ich dann auf Anhieb. Ich bin stolz auf mich. Und dann finde ich mit Hilfe von ChatGPT (wahrscheinlich, hoffentlich) auch noch heraus, wie man im Bad die Fußbodenheizung ausschalten kann. Was haben wir am Wochenende nach Schaltern, versteckten Kästen und sonst was gesucht. Nichts da. Ein kleines Thermostat, nicht größer als eine Packung Taschentücher, versteckt zwischen Shampoos und Duscherzeugnissen. Miss Marple ermittelt.