Mit verbundenen Augen
ein neues Märchen schreiben.
Die Probleme pfeifen wir aus
und das Üben üben wir,
wenn du mir von deinem Morgen erzählt hast.
(2017)
Mit verbundenen Augen
ein neues Märchen schreiben.
Die Probleme pfeifen wir aus
und das Üben üben wir,
wenn du mir von deinem Morgen erzählt hast.
(2017)
Mehr als ein kleiner Seelengesang,
filigrane Augentäuscherei.
Nach der Beschädigung
Sprünge im Glas.
Spuren der Vergänglichkeit,
dokumentiert in Familienbildern.
Heute fühle ich mich
gar nicht so schlecht.
Eine von euch,
unter euch,
mit euch.
(2014)
Glaubt an Wunder.
Wir gehen an den Strand.
Gucken, bis die Sonne eckig ist.
Zweifel brauchen Auslauf.
Samstags legt man die Füße hoch.
Ist es für Sie ein Problem,
dass Sie nur ein Leben haben?
(2014)
Hoch in der Birke dem Pirol
ist am Abend nicht ganz wohl.
Stieg zu Kopf ihm sein Gesang?
War am Ende der zu lang?
„Fass dich kürzer, dummer Hansel“,
zwitschert leis vom Dach Frau Amsel.
„Warum stößt man ohne Nöte
überhaupt so in die Tröte?“,
fragt in die Runde laut Herr Meise,
der sich selber hält für weise.
Doch da flattert schon vom Baume
Herr Pirol in bester Laune:
„Kümmert euch um eure Dinge
und nicht darum, wie ich singe,
denn grad, wem Gesang gegeben,
der erfüllt die Welt mit Leben.“
(2023)
Ich erinnere mich.
Auf den Feldern wurden die Farben zu Glas.
Sterne umringten uns,
und alles verwandelte sich.
„Das Mysterium kann man nur schweigend erfahren“, sagtest du.
Noch nie hatte ein Engel zu mir gesprochen.
(2024)
Wenn ich die Augen schließe,
sehe ich dein junges Gesicht.
Ich höre die Worte,
die du nicht gesagt hast.
Ich spüre die Arme,
die mich nicht gehalten haben.
Wenn ich die Augen schließe,
spüre ich das Rauschen in meinem Körper,
das sich mit dem des Meeres vereint.
Ich sehe zarte Gespinste
aus dem Nebel steigen —
Oktopusse,
Quallen,
groß wie Häuser.
Wenn ich die Augen öffne,
sind sie immer noch da.
Sie tanzen.
Für mich.
(2024)
Mehr Schnee für Brandenburg.
Mehr Schiene geht angeblich nicht,
schreiben sie
auf ihre großen Plakate.
Mehr Leben,
anstelle gelebt zu werden.
Das sollte wohl möglich sein.
Mehr Meer
wäre auch schön.
(2025)
Der Hase,
der im Felde sitzt,
zuerst den Hasenklee stibitzt.
Dann hüpft er fort,
die dumme Nuss.
Der Jäger feuert ab
den Schuss.
Ein Schuss ins Leere,
könnt man sagen,
würde man heut
den Hasen fragen.
(2016)
1.
Ich möchte das Meer vor der Tür,
eine Hängematte unter Bäumen,
auf sicherem Boden tanzen,
von Worten und Händen berührt werden
und jemand soll sich um die Toten kümmern,
die sich in meine Träume verirren. „Zwei“ weiterlesen
Und wenn nicht in die Welt, dann hinaus in andere Dörfer und Städte. Alles hier lädt mich ein, meine Lebendigkeit zu spüren: Der Garten, die Lücke zwischen Birne und Quitte, der ungestörte Blick bis zum Deich, der weite Himmel, die Wolkengebirge, die Rufe der Kraniche, Begegnungen mit Menschen, Geschichten von hier, Geschichten von unterwegs.
Sie warten auf mich
und wollen erzählt werden.
(2023)