Er sitzt auf dem Zaun und stimmt eine Strophe an. Über ihm im Baum Frau Amsel. Aha. Ein Lied für die Angebetete. Herr Amsel würde ihr gern näherkommen, allerdings gelingt es ihm trotz mehrerer Versuche nicht, auf einer der Efeuranken zu landen, die den Baum umhüllen. Frau Amsel fliegt in den Garten auf der anderen Straßenseite. Herr Amsel folgt. „Als ich das Gartentor aufschließe, sehe ich den Amselmann.“ weiterlesen
Kategorie: Alltag
Das Fräulein hat sich ins Arbeitszimmer zurückgezogen.
Dort ist ihr Schlafplatz. Oft liegt sie aber auch im Wohnzimmer, gern unter dem großen Tisch, wenn ich hier sitze und schreibe, lese oder Podcast höre. Was ja ohnehin meine Hauptbeschäftigungen sind, wenn ich nicht gerade koche, mit dem Fräulein spazieren gehe oder kleine Übungen probiere, weil mir seit zwei Tagen der Rücken schon beim Atmen wehtut. „Das Fräulein hat sich ins Arbeitszimmer zurückgezogen.“ weiterlesen
Friedensfähig werden. Diese Formulierung gefällt mir sehr gut.
Manche Menschen meditieren dafür täglich eine Minute um 16 Uhr – eine weltweite Aktion –, andere stehen immer montags auf dem Marktplatz. Bei Wind und Wetter. Wieder andere fahren mit entsprechenden Plakaten im Auto durch die Gegend. Kleine Gesten, die nichts ändern, könnte man denken. Ich denke bzw. bin davon überzeugt, dass Frieden bei mir anfängt. „Friedensfähig werden. Diese Formulierung gefällt mir sehr gut.“ weiterlesen
Der Garten ist ein Stück anarchisches Grün in der Stadt.
Vor allem der Giersch hat sich breit gemacht, ist in die Höhe geschossen. Die Wege, die ich vor meinem Bayernausflug noch so schön sauber gemacht hatte – welche Wege? Sieht aber gut aus, so insgesamt. Grün in den verschiedensten Schattierungen. „Der Garten ist ein Stück anarchisches Grün in der Stadt.“ weiterlesen
Erfurt Hauptbahnhof. In großer Schrift steht es auf dem Dach eines Hauses.
WILLY BRANDT ANS FENSTER. Ich muss Frau Duck Duck bemühen. Und würde gern sagen, dass ich mich erinnere. Aber das ist nicht der Fall. „Erfurt Hauptbahnhof. In großer Schrift steht es auf dem Dach eines Hauses.“ weiterlesen
Wie der österreichische Irrsee wohl zu seinem Namen gekommen ist?
Auf dem Weg dorthin überlegten wir. Die Erklärung finde ich erst abends, als wir längst wieder zu Hause sind. Angeblich war dort, wo heute der See ist, einst das Schloss eines Zauberers. Als dessen Bursche das falsche Fass öffnete, überflutete das herausströmende „irrende“ Wasser alles. Mit Irren hat der Name also nichts zu tun. „Wie der österreichische Irrsee wohl zu seinem Namen gekommen ist?“ weiterlesen
Der Ausflug an den Königssee
und zur malerisch gelegenen Wallfahrtskirche St. Bartholomä am Westufer wird verschoben. Wir vermuten, dass dort am 1. Mai zu viele Touristen unterwegs sein werden. Auch wir sind Touristen, aber muss man sich deshalb in die Menge stürzen? Mann und Frau finden, dass dazu keine Notwendigkeit besteht. „Der Ausflug an den Königssee“ weiterlesen
In der Ferne tauchen die ersten Berge auf,
schreibt mir der Hausmann aus dem Zug. Er war aus familiärem Anlass mal wieder am Bodensee. Da er über München zurück nach Berlin fährt, macht er einen Abstecher ins Berchtesgadener Land. „In der Ferne tauchen die ersten Berge auf,“ weiterlesen
Von den Bergen kommt ein leichter, frischer Wind.
Sanft wiegt er die Krone der Birke. Der Kirschbaum hat auch die letzten weißen Blütenblätter abgeworfen. Als ich vor sechzehn Tagen hier angekommen bin, flatterten noch vor jedem Starenkasten etliche Interessenten. Inzwischen sieht es so aus, als wäre gerade mal einer der sieben Kästen bewohnt. „Von den Bergen kommt ein leichter, frischer Wind.“ weiterlesen
Hinter mir rauscht ein Springbrunnen,
vor mir die Straße mit ihren vielfältigen Geräuschen. Motoren. Rhythmen. Von links schwappen Gesprächsfetzen zu mir, deren Inhalt ich allerdings nicht verstehe. Die beiden Männer sprechen bayrisch. „Hinter mir rauscht ein Springbrunnen,“ weiterlesen