Juli 2023

Die Sintflut kommt. Wir haben keine Chance zu fliehen.
Als wir vor dem Haus der alten Schulfreundin stehen, sehen wir schon das Wasser. Hier kenne ich jemanden, sage ich. Wir gehen mit den Kindern hinein und sind willkommen, obwohl ich so lange nicht hier war. Sie wissen nichts von der drohenden Katastrophe. Ob die Freundin noch hier wohnt? Es ist keine Zeit für Fragen. Wir wollen den Menschen zeigen, was draußen los ist. Doch das Wasser hat sich zurückgezogen. Aber ich weiß, dass es trügerisch ist. Die Flut wird uns, wird alles verschlingen.

Juli 2023

 

Ich bin in einem falschen Umkleideraum.
Nach und nach kommen Männer herein.

Einer sagt, es wäre besser für mich, wenn ich schnell verschwinden würde.
Ich nehme meine Sachen und gehe, barfuß.

Dann fällt mir ein, dass meine Schuhe – die alten Wanderschuhe – noch im Umkleideraum sind. Ohne die Schuhe läuft es sich schlecht.

Ich frage ein paar Frauen, ob sie mich in die Umkleide begleiten.
Sie trauen sich nicht. Sie wollen nicht.

Ich weine vor Verzweiflung.

Mein Körper sitzt vornüber gesunken auf einem Stuhl

Das sehe ich aus der Ferne, aber ich weiß sofort, dass ich tot bin. Kein Zweifel, die Frau auf dem Stuhl bin ich. Meine Figur, meine Haare, meine graue Jacke. Wenn das so ist, dann kann ich mich auch in die Luft erheben und ein wenig umher fliegen. Das macht Spaß. „Mein Körper sitzt vornüber gesunken auf einem Stuhl“ weiterlesen

Ich fahre mit dem Zug

Verpasse den Ausstieg, bin aber nicht die einzige. In letzter Sekunde will ich abspringen. Zwei Menschen wollen mir helfen. Sie halten mich an den Armen. Doch mein nackter Fuß findet keinen Halt auf dem Bahnsteig, und dann kommt ein großes Teil auf mich zugeflogen, das an einem Seil von einem Kran hängt. Ich werde zurück in das Abteil gezogen. „Ich fahre mit dem Zug“ weiterlesen

Ab und zu höre ich eine Glocke

Vier Kälber liegen faul in der Sonne auf der Wiese. Gestern tobten sie, spielten in der großen Pfütze, die der Dauerregen hinterlassen hatte. Wir sind mit den Kindern nach Berchtesgaden in die Watzmanntherme gefahren. Wo ich am liebsten nur gelegen und in die umliegenden Berge geschaut hätte. „Ab und zu höre ich eine Glocke“ weiterlesen

Beim Aufwachen sind nur noch Traumreste da

Ich bin am Meer, finde von meiner kleinen Wohnung aber nicht den direkten Weg zum Strand. Ich verlaufe mich gern, teile ich der Frau mit, die ich nach dem Weg frage. Und dann überlege ich kurz, ob ich ihr erzählen soll, dass ich wegen meiner Ausstellung da bin, entscheide mich aber dagegen. Dabei stimmt es, ich habe hier eine Ausstellung mit eigenen Fotos. „Beim Aufwachen sind nur noch Traumreste da“ weiterlesen