Während ich die Strickjacke enger um mich ziehe,

schwimmt in einiger Entfernung der Hausmann seine Runden. Das Fräulein beobachtet den tollkühnen Freund aufmerksam vom Ufer aus. Und das macht Spaß? Ist das nicht viel zu kalt?

Sie hatte vor einer Stunde ihren Spaß mit einem anderen Fräulein. Sich gegenseitig jagen, übereinander purzeln, am selben Stöckchen kauen. Glück. Das hätte so weitergehen können mit den Freuden, wenn wir gleich in den Seestern zu ihrem Freund und dem Würstchen gegangen wären. Den Duft hatte sie doch schon in der Nase. Aber erst musste der Hausmann noch schwimmen. Immer diese Verzögerungen.

Sie weiß ja nichts von den Vorzügen aufgeschobener Belohnung. In ihrer Welt ist das wahrscheinlich absurd. Der Augenblick ist da, um gelebt zu werden. Sofort. Jetzt. Nicht später.

Ich z. B. weiß zwar um den Segen der Selbstdisziplin, handle aber oft nicht meinem Wissen gemäß. Eis. Kuchen. Geistige Getränke. Warum soll ich davon nur ein- oder zweimal in der Woche, wenn ich es doch täglich haben kann – und haben möchte?

Weil mir eine gewisse Disziplin ein gutes Gefühl gibt. Ich kann das. Ich habe die Kraft. Den Willen. Ich habe überhaupt einen Willen und lasse mich nicht vollständig von meinen Süchten lenken. Das ist nicht immer einfach. Manchmal möchte ich mir zum Trost darüber gleich ein Eis kaufen.

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