Einfach leben (29) – Aus dem Langzeitprotokoll 2008–2012

In der Nacht vor meinem Termin bei Frau Luzie träume ich meistens. Als Jungianerin hält Madame eine Menge von Träumen, also tue ich ihr den Gefallen. Heute träumte ich von einer gefährlichen Riesin, die es auf mein Leben abgesehen hat. Sie konnte sich aber auch klein machen, wenn sie wollte. „Einfach leben (29) – Aus dem Langzeitprotokoll 2008–2012“ weiterlesen

Einfach leben (28) – Aus dem Langzeitprotokoll 2008–2012

Während meine Freundinnen durch die Welt jetten, finden meine Reisen vor allem im Kopf statt. Ich entwickle täglich neue Ideen, überlege, was ich zukünftig mit meinem Leben anfangen will. „Einfach leben (28) – Aus dem Langzeitprotokoll 2008–2012“ weiterlesen

Einfach leben (27) – Aus dem Langzeitprotokoll 2008–2012

Gestern sah ich eine Hundertjährige im Fernsehen. Ilse Pohl, die älteste noch aktive Schriftstellerin Europas, eine moderne und offene Frau, die zum Schreiben immer noch eine Schreibmaschine benutzt. Mit neunzig hat sie ihre dreibändige Biografie veröffentlicht. Sie ist so klug, so heiter auch. Sie geht zu Jugendlichen und sagt: „Na? So einen Menschen wie mich, so alt, den habt ihr wohl noch nicht getroffen.“ „Einfach leben (27) – Aus dem Langzeitprotokoll 2008–2012“ weiterlesen

Einfach leben (26) – Aus dem Langzeitprotokoll 2008–2012

Meiner Psyche geht es besser. Vielleicht liegt es an dem Ausflug nach Hamburg anlässlich des achtzehnten Jahrestages der Deutschen Einheit. Endlich kann ich den Mann in Aktion erleben. Kann sehen, wie sehr ihm der neue Job Spaß macht, wie wichtig seine Arbeit ist. Er hält Vorträge, als hätte er nie etwas anderes getan. „Einfach leben (26) – Aus dem Langzeitprotokoll 2008–2012“ weiterlesen

Einfach leben (25) – Aus dem Langzeitprotokoll 2008–2012

Aufschreiben ist gut. Mich selbst daran erinnern, dass ich bestimmte Prozesse nur beobachten wollte, anstatt sie zu kommentieren. Ich habe Hunger? Gut.

Ich habe zu viel gegessen und ärgere mich, weil ich mit dem Essen ein Loch gestopft habe, das ich auch hätte anders stopfen können. Mit einem Spaziergang. Einem neuen Eindruck. Einer kleinen Ruhepause. Mit ein wenig Sex vielleicht? „Einfach leben (25) – Aus dem Langzeitprotokoll 2008–2012“ weiterlesen

Einfach leben (24) – Aus dem Langzeitprotokoll 2008–2012

Wenn ich auf meiner Yogamatte liege und in meinen Körper hineinspüre, konzentriere ich mich auf die schmerzenden Bereiche, ohne mir dabei eine Geschichte zu erzählen. Denn ich glaube inzwischen, dass es einen Zusammenhang gibt zwischen meinen Gedanken und den Reaktionen meines Körpers. „Einfach leben (24) – Aus dem Langzeitprotokoll 2008–2012“ weiterlesen

Einfach leben (23) – Aus dem Langzeitprotokoll 2008–2012

Der Termin mit unserer Personalchefin rückt näher. Solche Ereignisse versetzen mich noch zusätzlich in Panik. Situationen der Ungewissheit kann ich nur schwer aushalten. Wie soll das nun mit mir und dem Job weitergehen? „Einfach leben (23) – Aus dem Langzeitprotokoll 2008–2012“ weiterlesen

Einfach leben (22) – Aus dem Langzeitprotokoll 2008–2012

Vor der Beerdigung rufe ich G. in Australien an. Ich weiß nicht, was ich mir von diesem Gespräch erhoffe, vielleicht eine weitere Stimme zu dem Thema Vaterschaft.

„Wenn du es wirklich hättest wissen wollen, dann wüsstest du es.“ „Einfach leben (22) – Aus dem Langzeitprotokoll 2008–2012“ weiterlesen

Einfach leben (21) – Aus dem Langzeitprotokoll 2008–2012

Ernie erzählt mir ein paar neue Geschichten von meinem Vater, die meist damit zu tun haben, dass er im alkoholisierten Zustand dumme Sachen angestellt hatte, hinterher aber nicht den Mut besaß, dafür geradezustehen. Ohne anderen Menschen Kummer zu bereiten, ging es bei ihm wohl nicht. „Einfach leben (21) – Aus dem Langzeitprotokoll 2008–2012“ weiterlesen

Einfach leben (20) – Aus dem Langzeitprotokoll 2008–2012

Immer wieder muss ich weinen. Wenn ich die Fotos betrachte zum Beispiel, die jetzt an meiner Wand hängen, so wie sie früher in Vaters Zimmer hingen. Manchmal muss ich auch nur seinen Duft atmen, schon geht es los. Diese Kombination aus Zigarettenrauch und herbem Männerparfüm, die mit den Büchern gekommen ist, die ich aus seiner Wohnung mitgenommen habe. „Einfach leben (20) – Aus dem Langzeitprotokoll 2008–2012“ weiterlesen