Ein Tag ohne Hundespaziergänge. Sehr angenehm. Ich hatte eigentlich vor, mich beim Buckower Freund in die Hollywoodschaukel einzuquartieren, aber dann habe ich es mir doch im Chefstuhl gemütlich gemacht. Da sitzt es sich beschattet ganz vorzüglich. Der ideale Platz zum Lesen, Reden, Kaffeetisieren. „Ein schöner Tag geht zu Ende“ weiterlesen
Kategorie: Unterwegs
Der Wind bringt kühle Luft
Die Männer auf der Baustelle werden auch froh darüber sein. Ich bin froh, weil ich ein klärendes Wort gesprochen habe. Nein. Ich möchte dich nicht weiter (oder näher) kennenlernen. Das lag mir auf dem Magen. Gestern Abend. Heute Morgen. „Der Wind bringt kühle Luft“ weiterlesen
Noch kann sich der See ein wenig ausruhen
In ein paar Stunden wird hier jedes Uferstück belegt sein. Uns kommt ein Paar mit Handtüchern unter den Armen entgegen. Der Mann lächelt das Fräulein an. Was schaust du denn so misstrauisch? Das Fräulein schaut, wie es schaut. „Noch kann sich der See ein wenig ausruhen“ weiterlesen
Hier kenne ich zwar nicht jeden Stein,
aber die Straßen sind mir von vielen Hundespaziergängen in den vergangenen zwölf Jahren vertraut.
Das Fräulein ist erwachsener geworden. Falls „erwachsen sein“ auf einen Hund angewendet „ruhiger“ bedeutet. Sie schaut sich um, schaut, ob ich ihr folge, sie hört, wenn ich sie rufe. „Hier kenne ich zwar nicht jeden Stein,“ weiterlesen
In Berlin ist es noch wärmer
Nichts bewegt sich. Kein Lufthauch. Ich fühle mich ziemlich scheußlich, zumal ich in der Nacht nicht geschlafen habe. Am Bahnhof Zoo viel zu viele Menschen. Die Rolltreppen funktionieren nicht.
Nachdem ich in Nikolassee, wo es erst gar keine Rolltreppen gibt, meinen Trolley Treppen hoch und wieder runter getragen habe, glaube ich für einen Moment, dass ich ohnmächtig werde. Alles verschwimmt irgendwie. „In Berlin ist es noch wärmer“ weiterlesen
Die Nacht kurz und unerquicklich
Trotz Wärmflasche bin ich nicht warm geworden. Der Buckower Freund hat mich gestern Abend noch überredet, mit ihm zum Kanal zu fahren, wo er unreife Nüsse ernten wollte, damit wir heute Vin de Noix ansetzen können. Ich fungiere als Beraterin.
Vorher hatten wir zwei Stunden am Computer verbracht – ich teilweise so wütend, dass ich mal wieder was kaputt machen wollte –, um die alten Teile von meinem E-Bike bei Ebay zu verkaufen. Die sind neu so teuer, da kann man selbst mit gebrauchten oder defekten Dingen noch ein kleines Geschäft machen. Und das wäre nicht schlecht, hat der Umbau doch einiges an Geld gekostet. Geld, das ich eigentlich gar nicht habe. Egal. Nach dieser Aktion wäre so eine kleine Radtour jedenfalls genau das Richtige.
Es waren dann tatsächlich nur vier Kilometer, auch die Nüsse konnten geerntet werden, nur habe ich die ganze Zeit gefroren. Und dann noch diese Jungmänner, die uns auf der Brücke in die Lenker greifen wollten. Na, du alter Opa? Na, du alte Oma? Leider fallen mir immer erst später passende Reaktionen ein. Na, du kleiner Scheißer? Fürs nächste Mal.
Irgendwann war mir im Bett dann aber warm, so warm, dass ich endlich einschlafen konnte, aber was hat das gedauert. Zwei Stunden später bin ich wieder aufgewacht, weil mir übel war. Übel und elend. So elend, wie mir nur nachts sein kann.
Ich weiß nicht, ob das eine alte Erinnerungsschleife ist, die mich immer wieder einholt, ich weiß nur, dass dieser Schmerz psychisch und körperlich zugleich ist. Vielleicht ein Muster im Gehirn, das nachts aktiviert wird und mich an die Zeit als Säugling erinnert. An diese ersten neun Monate, die ich im Heim war.
Ich habe mich in den letzten Wochen ja noch einmal intensiv mit dem Thema Trauma beschäftigt, beschäftigen müssen, und da ist mir eigentlich erst klar geworden, welche Folgen es für ein winziges, im Wachstum befindliches Gehirn hat, wenn es keine Mutter gibt, die ihm hilft, sich selbst zu regulieren. Ein frisch geborener Säugling kann das nicht alleine, da sind die ersten Monate sehr entscheidend.
Andererseits kann ich auch dankbar sein, immerhin gibt es etliche Nächte, in denen ich sehr gut schlafe.
Gegen die Fensterscheiben platschen Regentropfen
Heute Morgen pfiff ein heftiger Wind um das Haus, der wie Donnergrollen klang, wenn er sich von den Bergen herabstürzte. Es war sommerlich warm. Jetzt ist es kalt. „Gegen die Fensterscheiben platschen Regentropfen“ weiterlesen
Nächster Halt Freilassing
Die Sonne scheint, auf den Bergen liegt noch Schnee. Wie sehr ich diese Landschaft mag. In Salzburg werde ich von der Freundin, ihrem Partner, den Kindern erwartet. Bei diesem Gedanken stellt sich eine kleine Freude ein. „Nächster Halt Freilassing“ weiterlesen
Wenn es regnet, wenn die Berge im Nebel liegen, der Schnee auf den Hügeln grau ist,
dann sieht es nicht mehr ganz so idyllisch aus. Die Stimmung dann eher für Schwermütige. Schwermütig könnte ich auch werden bei dem Gedanken an den fünftägigen Bahnstreik, der morgen beginnt. Ich soll meine Reise doch bitte so planen, dass ich entweder früher oder später fahre. Also fahre ich heute. „Wenn es regnet, wenn die Berge im Nebel liegen, der Schnee auf den Hügeln grau ist,“ weiterlesen
The same procedure as yesterday
Die Frauen sitzen nach dem Frühstück am großen Küchentisch an ihren Laptops. Die Freundin wirkt bekümmert. Sie hat Gedankenzerfahrenheit, sagt sie. „The same procedure as yesterday“ weiterlesen