Sie wippt kurz auf und ab, bevor sie sich einen anderen Platz sucht. Natürlich hat die Lärche keine Arme. Aber dieser große Baum sieht aus wie ein langer, dünner Ritter, dessen Extremitäten herumschlackern. Er erinnert mich an einen Birnbaum in einem anderen Garten. Auch in ihm haben wir eine Gestalt erkannt. „Eine Taube landet auf einem der Arme der Lärche.“ weiterlesen
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Auch in meinem Zimmer riecht es nach Holunder.
Ich habe ein paar Blüten vom Strauch geschnitten und in eine kleine Vase gestellt. Alles wächst, gedeiht. Die Kugeldistel ist so in die Höhe geschossen – auch in die Breite –, dass ich die Vogeltränke dahinter nicht mehr sehen kann, wenn ich im Wintergarten sitze. Auch die Sonnenblumen wachsen sichtbar. Die zarten Stängel mit grünen Blättchen haben die Bohnenkerne hervorgebracht, die ich vor ein paar Tagen gesetzt habe. Schön, dass ihr schon da seid! „Auch in meinem Zimmer riecht es nach Holunder.“ weiterlesen
Traumfetzen
Alles ist verkehrt. Ich gehöre nicht dazu. Ich habe etwas Falsches gesagt, geschrieben und mich ins Abseits geschossen. Beim Aufwachen bin ich immer noch konfus und verunsichert. Diese Reaktion zeigt mir mal wieder, wie abhängig ich von Lob oder von Kritik bin. Als wüsste ich sonst nicht von meinem Wert.
Wieder wach um drei
Zur gewohnten Zeit. Manchmal denke ich, ich hätte vor zwanzig Jahren einen Youtubekanal für Schlaflose ins Leben rufen sollen. Aber hätte hätte. Im Gegensatz zu früher fühle ich mich von dieser nächtlichen Phase nicht mehr gequält. Seit ich auf Alkohol und Zucker verzichte und meinen Körper auf Keto umgestellt habe, bin ich sogar nachts manchmal heiter. Zumindest grübele ich nicht.
Das Wetter ist noch unentschieden
Nach einem Regentag kommt heute zumindest ab und zu mal die Sonne heraus. Aber ich beschwere mich nicht. Die Natur braucht den Regen. Auch meine Bohnen daheim brauchen ihn. Ich brauche hoffentlich wirklich nur einen neuen Akku, keinen neuen Laptop. Die Ausfälle und Eigensinnigkeiten mehren sich. „Das Wetter ist noch unentschieden“ weiterlesen
Die Kühe sind umgezogen
Sie sind auf einer anderen Weide. Nicht weit von mir, aber ich vermisse ihre lebendige Gegenwart vor meinem Fenster. Vermisse das Herumtollen der Kälber, die Annäherungsversuche des Bullen bei seinen Weibern, vermisse die Laute, mit denen sie mich so oft zum Lachen gebracht und zu Kommentaren veranlasst haben. Vor mir auf der alten Weide ist jetzt eine Art Leerstelle. „Die Kühe sind umgezogen“ weiterlesen
In der Dämmerung verschwindet das Reh
farblich fast in der Wiese. Ich ahne es mehr, als dass ich es sehe. Wo wohl seine Kumpel sind? Mir fällt schon wieder die Gedichtzeile ein, die dem Kommissar in dem isländischen Krimi nicht aus dem Kopf gegangen ist. „In der Dämmerung verschwindet das Reh“ weiterlesen