Der Kleiber macht sich mit seinem Stakkato-Hämmern bei mir unbeliebt

Reicht dir der Knödel nicht, du Kanaille? Ich weiß nicht genau, ob er das Brett vor meinem Fenster gespalten hat. Ich vermute es aber. Ich habe ihn schon einige Male dabei beobachtet.

Das Licht ist klar, der Wind sehr kalt. Das könnte tatsächlich Schnee und Eis geben. Aber nicht mehr heute. Ich werde später mit nach Neustadt fahren, wenn sie den Hausmann zum Bahnhof bringen. Ein letzter Einkauf in diesem Jahr.

Der Hausmann verabschiedet sich wie gewohnt an den Bodensee, ich werde im Januar in Berlin bei Freunden das Haus hüten. Vielleicht gehe ich auch mal wieder ins Kino. Perfect Days von Wim Wenders habe ich verpasst, so wie ich in den letzten drei, vier Jahren alle wichtigen Filme verpasst habe. Nun kann man ihn in der Mediathek sehen. Und staunen. Über diesen stillen Japaner, der ein scheinbar einfaches Leben lebt und damit zufrieden scheint. Mit welcher Hingabe und Akribie er Toiletten reinigt. Da werden mit einem kleinen Spiegel sogar die unzugänglichen Bereiche kontrolliert.

Ansonsten passiert nicht viel. Er fotografiert. Geht täglich in ein öffentliches Bad, in eine Suppenküche, fährt mit dem Rad, wäscht am Wochenende seine Arbeitskluft. Bis die Nichte bei ihm auftaucht. Weiter bin ich gestern Abend allerdings nicht gekommen. Ich war so müde, ich musste ins Bett. Da war es noch nicht einmal elf. Wach werde ich neuerdings gegen fünf, dann dämmere ich noch eine Stunde still vor mich hin. Heute hörte ich in diesem Dämmern eine Maus, die in die Lebendfalle gegangen war. Sie hat ganz schön randaliert.

Später dann das Wunder. Maus fort. Hätte der Hausmann mir nicht geraten, in der Falle nach Kötteln Ausschau zu halten – es gibt welche –, ich hätte auf eine akustische Halluzination getippt. Gut, dass wir darüber gesprochen haben.

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