Ein Herr J. von der Agentur Schlück hat mein Manuskript abgelehnt. Nach dem ihm die ersten zwanzig Seiten gefallen hatten. Hat er gar nicht weitergelesen? Ist der Text nicht gut? Hat er einen anderen Anspruch? Einen schlechten Tag? Was bedeutet der Satz „hat mich nicht überzeugt“?
Eine Ablehnung ist erst einmal wie eine Ohrfeige. Jemand, dem ich eine Liebeserklärung gemacht habe, ist nicht an mir interessiert. Aber das ist eine gute Übung. An Kritiken wird es wohl nie mangeln. Was macht denn einen Text zu Kunst? Wodurch erreicht er den Olymp? Wenn er eine alte Geschichte mit neuen Worten erzählt? Ich weiß es nicht.
Ich überlege, was mir nach dem Lesen eines Buches in Erinnerung bleibt. Oft ist es die Geschichte. Die Stimmung, in die sie mich katapultiert hat, die Räume, die sie mir eröffnet hat. Manchmal sind es auch die Lehren, die ich daraus gezogen habe, die ich erinnere. Manche Bücher bewirkten eine Änderung meiner Wahrnehmung. Andere las ich, weil ich Aufmunterung brauchte. Kraft. Oder ich las, weil ich einen neuen Anlauf schaffen oder mich neu entdecken wollte. Wenn die Frau in dem Roman es geschafft hat, dann schaffe ich es auch. Vielleicht kann ich keine intellektuell anspruchsvolle Literatur schreiben, dafür vielleicht Texte, die etwas in einem anderen Menschen auslösen. Wäre ich nur nicht so kritisch mit mir.
Das ist eine schöne Metapher mit der Liebeserklärung 🙂