Seit frühem Morgen schneit es.

Draußen auf dem Fensterbrett liegt in Schnee eingebettet die Dose mit den neuen Rum-Kardamom-Kugeln. Wenn ich keine Lust habe zu backen, muss ich mir eben die Kugel geben.

Am schneegrauen Himmel Wildgänse. Zug um Zug fliegen sie Richtung Deich. Vielleicht zieht es sie nach Goldbeck, vielleicht nach Koppenbrück.

An den Knödeln ist der Teufel los. Das wundert mich nicht, Herr S., der mir sonst Konkurrenz macht, ist wieder in Berlin. Ich bin froh, dass mir der Hausmann von seinem letzten Einkauf einen Apfel mitgebracht hat. Inzwischen ist Obst doch sehr begehrt. Ab und zu höre ich ein leises Platsch, dann ist in der Hektik wieder eine Meise gegen die Fensterscheibe geflogen. Nichts passiert. Vom Schreck abgesehen.

Der Bauer war mit einer Art Fräse auf der Wiese unterwegs. Ich rätsele immer noch, was er da gemacht hat. Das sind ja wichtige Fragen in einem Umfeld, in dem sonst nichts passiert. Sollen die Kühe umziehen? Das wäre nett, ich mag es, wenn sie quasi vor meinem Fenster stehen.

Gestern Abend zog es mich nach einmal nach draußen. Ich liebe es, im Dunkel durch das Dorf und weiter bis zum Deich zu laufen. Die kahlen Bäume vor dem letzten Quäntchen Helligkeit. Der raunende Wind, der mir Schneegriesel ins Gesicht blies, die Geräusche unter meinen Füßen, das alles gibt es nur im Winter. Der Weg oben auf dem Deich ganz weiß. Außer mir war kein Mensch unterwegs. Momente zum Abheben.

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