Unser letzter Tag. Der Freund saß schon kurz vor zehn auf dem Rad. Trainingskilometer sammeln. Darßer Ort, Leuchtturm, Prerow. Ich lade mein E-Bike und sitze vor dem Bus in der Sonne. Entdecke auf dem Bodden den ersten Kitesurfer.
Gestern Mittag sind wir nach Wieck gefahren. Ein schöner Radweg führt durch eine Art grünen Tunnel mitten durch Wiesen, Felder und Feuchtbiotope. Auf den letzten Kilometern ist es eigentlich zu schmal, um bequem nebeneinander zu fahren. Kam jemand entgegen, musste man konzentriert bleiben und den Lenker festhalten. Das war nicht ganz einfach. Trotzdem habe ich es geschafft, alle mit einem Lächeln zu grüßen. Dass kaum jemand antwortete, spornte mich eher an.
Das avisierte Café habe ich dann zufällig entdeckt. Von dem köstlichen Angebot hatte ich im Netz gelesen.
Milchreiskuchen? Ehrlich?
Ja, gibt es. Mit Früchten. Schmeckte.
Auch der Mohnkuchen mit den dicken Streuseln, den der Freund bestellt hatte, war lecker. Aber nicht so gut wie die Kuchen vom Hausmann. Da waren wir uns einig. Die Leute würden ihm den Laden einrennen, sollte er jemals ein Café eröffnen. Was er allerdings nicht plant. Eher fliegt er mit unserem Freund nach Proxima Centauri.
Der Mann aus Hannover summt bei seinen Tätigkeiten. Manchmal spielt er auch Gitarre. Die leisen Töne fügen sich harmonisch in die Geräusche von Meer und Wind. Dann möchte ich nur sitzen, schauen, lauschen. In der Nase der Duft der wilden Rose.
Und dann abheben.