Die Geräusche kamen von den ausgelegten Planen im Nachbargarten.

Ich hatte natürlich sofort die drei Füchse im Verdacht, die dort Fangen, Spring-auf-mich-rauf oder sonst was spielen. Aber nein. Es war der Wind, das himmlische Kind. Morgens um fünf. Um halb sechs habe ich das Bett verlassen. Was soll’s. Immerhin schlafe ich ab zehn Uhr durch. Keine Episoden um zwei oder drei.

Dabei gäbe es Gründe. Wo werde ich zukünftig leben? Auch wenn ich dieses große Ja für die Landschaft an der Elbe gespürt habe, fahre ich übermorgen in den Klützer Winkel. Ich habe mir ein Zimmer in der Nähe der kleinen Wohnung gebucht, für die ich mich neulich so spontan beworben habe, dazu ein E-Bike für den Nachmittag, und dann los. Ich werde alles auf mich wirken lassen.

So wie ich gerade noch einmal die Texte auf mich wirken lasse, die in dem Ordner Work in Progress versammelt sind. Anfänge. Dutzende. Ich habe schon davon berichtet. Anfänge sind meine Spezialität. Das lange Mittelteil dagegen, im Film der zweite Akt, mag ich nicht besonders. Kaum habe ich mich für einen Texte entschieden, möchte ich am nächsten Tag lieber einen anderen weiterschreiben. Am schönsten wäre natürlich ein ganz neuer. Ein neuer Anfang. Ich frage mich manchmal, wie ich es geschafft habe, überhaupt Romane zu schreiben.

Bei der Lektüre ist mir noch etwas aufgefallen. Ich packe in meine Anfänge oft zu viel hinein. Zu viel von der Lebensgeschichte meiner Protagonistinnen – ich schreibe ja überwiegend aus der Perspektive von Frauen. Wie jemand, der in einer unbekannten Runde gleich viel zu viel von sich erzählt, damit man ihn lieb hat.

Aber vielleicht muss ich gar nicht dafür sorgen, dass man meine Figuren sofort lieb hat. Vielleicht reicht es, wenn man neugierig auf sie wird. Da werde ich mich zukünftig wohl selbst an der Leine halten. Wuff.

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