Nach dem Frühstück bin ich mit dem Moppedfahrer ins Blumenviertel geradelt, wo sie gestern wieder Hoftrödel abgehalten haben. Den letzten habe ich noch in guter Erinnerung. Im schönen Monat Mai war das. Ist gar nicht so lange her. Ich hatte mir ein nettes Jäckchen gekauft, das in diesem Sommer oft im Einsatz war.
Am Morgen hatte ich noch in mein Tagebuch geschrieben, dass ich mich nicht wundern würde, wenn der Freund in irgendeinem Hof, irgendeinem Garten eine Waschmaschine fände. Wie er mir später sagte, waren das auch seine morgendlichen Gedanken.
In einem der Gärten gab es eine Hausauflösung. Und was hatten sie dort neben vielem anderen Zeugs? Eine relativ neue Waschmaschine. Der Moppedfahrer hat sie später gemeinsam mit dem Hausmann mit dem Auto abgeholt und gleich angeschlossen.
Ich habe für meinen zukünftigen Haushalt vier schöne alte Gläser und eine Karaffe aus Bleikristall gefunden. Sechs Euro. Würde da irgendjemand meckern? Wäre ich Händlerin, könnte ich meinen Fund bei eBay für das Fünfzehnfache weiterverkaufen.
Und dann, wir waren längst wieder zu Hause, der Hausmann hatte Kuchen gebacken, ich die Sahne dazu geschlagen, auch der Nachbar von gegenüber war zum Kaffeetisieren eingeladen, erwähnte ich in einem Nebensatz die Lampenproblematik. Ich besitze gerade mal eine schlichte Tischlampe. Vielleicht ein bisschen wenig für meine drei kleinen Zimmer.
Keine halbe Stunde später trug ich eine hübsche Vintage-Lampe über die Straße. Was ich denn noch brauche, hatte mich der Nachbar gefragt. Mit Bett und Schlafsofa konnte er dann aber nicht dienen.
Irgendwann lag ich satt und zufrieden neben dem Hausmann im Garten in der Sonne. Es dauerte nicht lange, das setzte sich eine Libelle auf seine Stirn. Sie blieb lange. Manchmal kam eine andere Libelle, näherte sich ihr oder wollte sich auch auf die Stirn setzen. Doch da wurde Libelle Nummer eins tückisch, verjagte die zweite Libelle und kehrte zu ihrem Sitzplatz zurück.
Der Hausmann hatte natürlich eine Erklärung für das Verhalten seiner Libelle. Sie badet wohlig in meinen Intelligenzwellen, sagte er.
Und sie badete. Und badete. Kein Ende in Sicht.
Ob die Libelle durch meine Intelligenzwellen jetzt eine Mutation durchmacht?