Die Sonne scheint direkt in die Hollywoodschaukel hinein.

Von den frischen sieben Grad, die das Außenthermometer vor drei Stunden noch anzeigte, ist hier nichts zu spüren. Den Schal, ein Paar Socken und eine Strickjacke habe ich bereits abgelegt. Außerdem brauche ich einen Schirm über die Augen, damit ich nicht ständig gegen die Helligkeit anblinzeln muss.

Die Sonnenblumen mit ihren längst braunen Blütenständen schaukeln sanft in einer Brise. Der kleine Essigbaum unter dem Haselnussstrauch färbt sich rot. Im Walnussbaum meckert ein Eichhörnchen.

Du hast es gerade nötig. An deiner Stelle würde ich erst einmal die leeren Nussschalen zusammenkehren.

Gekehrt habe ich schon, aber der Rest, beziehungsweise die Küche an sich, muss warten. Bis zu den nächsten Wolken. Oder bis morgen. Da außer mir kein Mensch im Haus ist, wird es niemandem auffallen. Neulich ist dem Hausmann nicht mal aufgefallen, dass ich geputzt hatte. Wozu soll da eine eigentlich den Feudel schwenken?

Im Keller trudelt die Waschmaschine, an deren Zusatzelektronik der Moppedfahrer bis kurz vor seinem Aufbruch zum Segeltörn getüftelt hatte. Das warme Wasser soll nicht extra aufgeheizt werden. Diese Konstruktion gab es bei der alten Maschine auch schon. Dafür wird die Energie der Sonnenkollektoren genutzt. Allein die Betrachtung winziger Schaltkreise mit feinen Drähtchen daran hat mich blass aussehen lassen.

Aber blass bin ich sowieso noch immer. Schuld ist der kleine Infekt, der sich Gott sei Dank nicht zu einem großen aufgeblasen hat. Danke an alle Zuständigen. To whom it may concern.

Ich bin trotzdem sehr froh, dass ich meinen Mietvertrag erst nächsten Samstag unterschreiben werde. In dem aktuellen Zustand möchte ich nicht dreieinhalb Stunden mit Bus und Bahn unterwegs sein.

Da wandere ich höchstens mit dem Finger auf Google Maps: von meiner Wohnung zum nächsten Supermarkt. Ein Kilometer. Oder fünf Minuten mit dem Rad. Herrlich. Zur Bushaltestelle sind es tatsächlich nur drei Minuten zu Fuß. Aber am allerbesten sind die fünf Minuten, die ich zum See brauche. Dort werde ich zukünftig ruhig wandern. Hin und her. Wenn die Blätter treiben.

Seit ich wieder in Berlin bin, habe ich Haus oder Garten nur verlassen, wenn ich zum Zahnarzt, zum Supermarkt musste oder wenn ich mit einem Besuch etwas unternommen habe. Es reizt mich nicht, hier ums Karree zu spazieren.

In mir ist eine kleine Vorfreude, die mir allerdings anzeigt, dass ich schon wieder nicht im Jetzt bin.

Ja, Himmel, Arsch und Zwirn.

Dafür fällt mir auf, dass ich plötzlich im Schatten sitze. So war das nicht abgemacht.

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