gibt es ein Mobile rund um einen Deckenstrahler. Auf weiße Papierblätter haben unterschiedliche Menschen einzelne Sätze geschrieben. Einer hatte mich schon einmal beeindruckt, heute habe ich ein Foto von dem Blatt gemac.ht. Die gefährlichsten Situationen erlebt der Mensch mutterseelenallein.
Nicht nur die gefährlichsten, dachte ich bei mir, da mir die beiden fiesen Zahn-OPs in den Sinn gekommen sind. Die Geburt, die auch nicht ohne war. Nicht gefährlich, dafür erschreckend einsam.
Später bei dem wirklich kurzen Spaziergang mit dem Fräulein ist mir der Satz wieder eingefallen. Auch der Hund erlebt die blöden Situationen allein. Da jagt eine richtige Gang auf dem Bolzplatz – und das Fräulein muss aus der Entfernung zuschauen. Weil sie wegen des blöden Kreuzbandes eben nicht toben soll. Wie soll ich ihr das verständlich machen?
Während ich ein paar Sätze aufschrieb, rief mich eine Freundin an, die seit Sonntag im Krankenhaus ist. Sie wurde wegen eines Darmverschlusses operiert, dabei wurde auch ein Tumor entfernt. Heute hat sie erfahren, dass er bösartig war.
Außer einem spontanen „Scheiße“ wusste ich nicht, was ich sagen sollte. Das wird schon wieder? Vielleicht ist es nicht so schlimm?
Das kann alles sein, aber würde ich das hören wollen in einem solchen Moment? Eher nicht. Ich mag ehrliche Worte. Also. Das tut mir leid. Ich weiß nicht, was ich sagen soll.
Natürlich haben wir dann über dies und das geredet. Und dabei habe ich über ihre Gelassenheit gestaunt. Es kommt, wie es kommen soll, sagt sie. Vielleicht steht sie unter Schock. Vielleicht ist das aber tatsächlich ihre Art, mit Katastrophen umzugehen. Ich weiß es nicht. Etwas nicht zu wissen und dieses Nichtwissen zu akzeptieren, ich muss das immer wieder üben.