Manchmal denke ich, ich habe gar nicht die Zeit, um alles aufzuschreiben, was mich beschäftigt. Das Kind mit den KZ-Träumen. Die junge Frau, die von einer flüchtigen Bekanntschaft vergewaltigt wird. Die Frau, die großzügig ihren Körper hingibt, immer in der Hoffnung, dass ein Mann eines Tages ihre schöne Seele sieht. Die Frau mit den Schmerzen. „Einfach leben (36) – Aus dem Langzeitprotokoll 2008 – 2012“ weiterlesen
Kategorie: Einfach leben – Teil 1 der Langzeitprotokolle (2008 – 2012)
Einfach leben (35) – Aus dem Langzeitprotokoll 2008 – 2012
Da ich versuchen werde, als freie Autorin mein Geld zu verdienen, habe ich mich für ein zweiwöchiges Existenzgründungsseminar angemeldet. Das Arbeitsamt hat diese Maßnahme bewilligt, wahrscheinlich wollen sie damit kurzfristig ihre Statistik verschönern. „Einfach leben (35) – Aus dem Langzeitprotokoll 2008 – 2012“ weiterlesen
Einfach leben (34) – Aus dem Langzeitprotokoll 2008 – 2012
In Berlin ist der Rosengarten im Tiergarten einer meiner Lieblingsplätze. Wenn ich walke, brauche ich für die Strecke von unserer Wohnung aus eine halbe Stunde. Manchmal mache ich dort meine gymnastischen Übungen. Manchmal schreibe oder lese ich. Oder mache gar nichts. „Einfach leben (34) – Aus dem Langzeitprotokoll 2008 – 2012“ weiterlesen
Einfach leben (33) – Aus dem Langzeitprotokoll 2008 – 2012
Über Menschen, die freiwillig fasten, habe ich früher gelächelt. Wie kann man nur auf eine solche Idee kommen? Jetzt überlege ich, ob mein Körper eine radikale Nahrungsdrosselung vielleicht mit Schmerzfreiheit belohnen würde. Manche behaupten das nämlich. Einen Versuch ist es wert. „Einfach leben (33) – Aus dem Langzeitprotokoll 2008 – 2012“ weiterlesen
Einfach leben (32) – Aus dem Langzeitprotokoll 2008 – 2012
Da ich immer noch Schmerzen habe, darf das Sofa zurück ans Fenster. Hier ist mein Platz, der mir in Zeiten der Not helfen kann, mich zu beruhigen, mich an die Stille und das Glück zu erinnern. Hier lese ich auch die Briefe und Tagebucheintragungen von der Mutter von K., die sie vor vielen Jahren für einen Artikel in der Courage benutzt hatte und die ich jetzt der modernen Technik sei Dank online lesen kann. „Einfach leben (32) – Aus dem Langzeitprotokoll 2008 – 2012“ weiterlesen
Einfach leben (31) – Aus dem Langzeitprotokoll 2008 – 2012
Du bist zwar lustig und machst Scherze, aber deine Augen sind traurig. Du bist jar nich so cool.
Ach Kurt. Mit dieser Beobachtung hattest du wohl recht. Du hast überhaupt eine Menge von meinem Wesen verstanden. Vielleicht habe ich mich deswegen damals auf dein Werben eingelassen. Nachdem wir zehn Jahre als Kollegen herumgefrotzelt und uns übereinander lustig gemacht hatten. „Einfach leben (31) – Aus dem Langzeitprotokoll 2008 – 2012“ weiterlesen
Einfach leben (30) – Aus dem Langzeitprotokoll 2008–2012
Mit laufender Nase verlasse ich Berlin, verbrauche etliche Pakete Taschentücher – warum habe ich ausgerechnet jetzt solch einen heftigen Schnupfen? –, und dann sind wir endlich da. Ein ehemaliger Bahnhof kurz vor dem Darß, in dem sich jetzt drei Ferienwohnungen befinden. „Einfach leben (30) – Aus dem Langzeitprotokoll 2008–2012“ weiterlesen
Einfach leben (29) – Aus dem Langzeitprotokoll 2008–2012
In der Nacht vor meinem Termin bei Frau Luzie träume ich meistens. Als Jungianerin hält Madame eine Menge von Träumen, also tue ich ihr den Gefallen. Heute träumte ich von einer gefährlichen Riesin, die es auf mein Leben abgesehen hat. Sie konnte sich aber auch klein machen, wenn sie wollte. „Einfach leben (29) – Aus dem Langzeitprotokoll 2008–2012“ weiterlesen
Einfach leben (28) – Aus dem Langzeitprotokoll 2008–2012
Während meine Freundinnen durch die Welt jetten, finden meine Reisen vor allem im Kopf statt. Ich entwickle täglich neue Ideen, überlege, was ich zukünftig mit meinem Leben anfangen will. „Einfach leben (28) – Aus dem Langzeitprotokoll 2008–2012“ weiterlesen
Einfach leben (27) – Aus dem Langzeitprotokoll 2008–2012
Gestern sah ich eine Hundertjährige im Fernsehen. Ilse Pohl, die älteste noch aktive Schriftstellerin Europas, eine moderne und offene Frau, die zum Schreiben immer noch eine Schreibmaschine benutzt. Mit neunzig hat sie ihre dreibändige Biografie veröffentlicht. Sie ist so klug, so heiter auch. Sie geht zu Jugendlichen und sagt: „Na? So einen Menschen wie mich, so alt, den habt ihr wohl noch nicht getroffen.“ „Einfach leben (27) – Aus dem Langzeitprotokoll 2008–2012“ weiterlesen