noch einen kleinen Spaziergang machen. Die Kälberrunde? Nein. Ich war lange nicht auf dem Deich. Der Weg führte mich an der Weide vorbei, wo die schwangeren Kühe mit den Bullen stehen. Plötzlich sah ich, wie eine der Kühe auf die Knie fiel – buchstäblich – und Mühe hatte, sich wieder aufzurappeln. Sie torkelte, lief ein paar Schritte, eine andere Kuh folgte ihr. Was der grau Gescheckten nicht zu gefallen schien.
Ich überlegte, ob ich den Bauern suchen sollte. Passierte hier etwas? War die Kuh krank? Oder kam sie nieder? Da sah ich ihn auf seinem Traktor auf der Koppelweide am Dorfausgang. Ich winkte ihm. Er lud einen Heuballen ab, fuhr dann in meine Richtung und hielt auf der Straße an. Er stieg aus. Ein breites, erkennendes Lächeln kam in sein Gesicht. „Ah, Julia!“ „Nein. Nanette. Ich wohne hier bei dir im Dorf.“ Das Lächeln erlosch.
Ich erzählte ihm, was ich erzählen musste, auch dass ich nicht wusste, ob es von Bedeutung war. Vielleicht war es ja unwichtig. „Nee“, sagte er, „ist wichtig. Ist gar nicht gut.“Er verschloss das Gatter. Ich blieb stehen, ein wenig belämmert. Kam da noch etwas? Ja. Ein zerstreutes „Danke“.
Was hatte ich mir erhofft – eine Erklärung, was es mit der Kuh auf sich hat? Ein erneutes Lächeln?
Hoffe nichts, dann bist du auch nicht enttäuscht. Ja. Das mag sein. Wenn man erleuchtet ist.