Mittwoch und Freitag geht sie in den Rosengarten. Manchmal auch am Montag. Aber Mittwoch und Freitag immer. Floribunda- und Damaszenerrosen. Chinaschilf und Storchenschnabel. Die weiße Schneeriesin. Blauraute. Die Düfte vermischen sich, an manchen Stellen sind sie so intensiv, dass es ihr unangenehm ist. Zu viel Lust. Trotzdem liebt sie diesen Garten. Diese grüne Oase mitten in der Stadt.
Manchmal macht sie dort sogar ein paar von den gymnastischen Übungen, die ihr der Physiotherapeut gegen die Schmerzen in der Hüfte empfohlen hat. Allerdings nur, wenn außer ihr niemand da ist. Geholfen hat das Geturne bisher sowieso noch nicht. Sie wird eben alt. Da bleibt nichts, wie es ist.
Wahrscheinlich haben sie erst vor kurzem die Beete gesprengt, die Erde ist noch feucht. Sie hat schon einmal überlegt, an das Bezirksamt zu schreiben und ihre Hilfe anzubieten. Sie könnte Unkraut jäten. Vertrocknete Blumen abschneiden. Die Sprenganlage einschalten. Harken. Jede Woche ein paar Stunden. Ehrenamtlich selbstverständlich. Immerhin hat sie neben Deutsch auch Biologie studiert, die Entscheidungsträger müssten keine Angst haben, dass sie ihnen die Pflanzen ruiniert.
Mutter hatte nur die Augen verdreht, als sie ihr davon erzählte. Ob sie noch alle Tassen im Schrank hätte. Oder ob sie mit ihr nicht ausgelastet wäre. Anstatt sich um öffentliche Gärten zu kümmern, für die andere Menschen zuständig sind, Menschen, die für ihre Arbeit gutes Geld bekommen, sollte Dorothea lieber mehr mit ihr unternehmen. Kleine Spaziergänge. Zwanzig Meter den Kudamm auf und ab, Kaffee und Kuchen im Kranzler, als wäre die gute Zeit dieses Etablissements nicht seit einem halben Jahrhundert vorbei.
Der Mann im Pavillon könnte schlafen oder tot sein. Sein Kopf ist zum Boden gesenkt, vielleicht zählt er die Mosaiksteine. Sein Haar hat dieselben dunklen Strähnen wie ihr eigenes. Vielleicht tut er auch nur so, als würde er sie nicht sehen. Wer möchte schon dabei erwischt werden, wie er eine alte Frau betrachtet. Alte Frauen übersieht man. Nein, Dorothea korrigiert sich, übersehen setzt eine Absicht voraus. Alte Frauen sind unsichtbar, man kann sie nicht sehen, demzufolge auch nicht übersehen.
Natürlich gibt es Ausnahmen. Gerlinde zum Beispiel. Sie ist groß, schlank, geradezu dürr, aber ihr Haar ist so weiß, ihr Gang so aufrecht und stolz, ihr Blick so durchdringend blau, ihr schauen die Männer noch hinterher. Und das weiß Dorothea nicht, weil ihr Gerlinde solche Sachen erzählt, das weiß sie, weil sie es selber immer wieder voller Neid beobachten kann. Wenn Gerlinde es merkt, dann lacht sie und sagt, ärgere dich doch nicht.
Es würde nichts nützen, wenn sie es abstreitet. Sie kennen sich seit der fünften Klasse. Dorotheas Gesicht erzählt, was sie lieber für sich behalten würde. Das war schon immer so, vermutlich wird sich bis zu ihrem Tod nichts daran ändern. Und ja, es ärgert sie, dass Gerlinde immer noch Chancen hat, von denen sie von Zeit zu Zeit sogar Gebrauch macht, während sie selbst wie eine vertrocknete Damaszenerrose vor sich hin welkt.
An dieser Stelle würde Mutter sich einmischen und sagen, Kind, du weißt nicht, wovon du sprichst, wenn du glaubst, du wärst alt. Sie ist der Meinung, das Alter würde mit fünfundachtzig anfangen. Bis zu diesem Zeitpunkt jedenfalls konnte sie allein für sich sorgen, ohne fremde Hilfe Fenster putzen, einkaufen und spazieren gehen. Dann stürzte sie, der Oberschenkel heilte schlecht, es kam eins zum anderen, vor zwei Jahren ist sie widerwillig zu Dorothea gezogen, die das ganze Elend nicht länger ansehen konnte. Jetzt ist Mutter neunundachtzig, körperlich ein Wrack, geistig leider oder Gott sei Dank fit wie ein Turnschuh. Das ist ihre eigene Beschreibung, nicht Dorotheas.
Der Mann im Pavillon lebt. Das Klingeln ihres Handys hat ihn aus seiner Starre befreit, für einen Augenblick hebt er den Kopf. Sein Blick ist streng. Wer wagt es, seine Ruhe zu stören?
Mutter hält sich nicht mit Vorreden auf. „Wann kommst du denn endlich nach Hause?“
Dorothea schaut aus Verlegenheit auf die Uhr, so lange kann sie doch gar nicht fort gewesen sein. Keine zwei Stunden. „Ich bin pünktlich zum Mittagessen zurück. Wie sonst auch, Mutter.“
Der Mann widmet sich wieder dem Boden.
„Vergiss die Mayonnaise nicht. Und nicht die mit dem wenigen Fett, sondern die richtige. An mir musst du deinen Fetttick nicht ausleben.“
„Ist schon gut, Mutter. Ich habe es nicht vergessen.“
Freitag gibt es Fisch. Das hat Tradition. Und Dorothea wollte heute Matjes mit Pellkartoffeln machen.
„Und wenn es dir nichts ausmacht, ein Stück Mohnkuchen wäre auch nicht schlecht.“
„Ich werde dran denken, Mutter.“
„Hast du deinen Sonnenhut dabei?“
„Bis später, Mutter.“
Es ist ihr peinlich, neben den Ohren dieses fremden Mannes zu telefonieren. Ja, Mutter. Nein, Mutter.
Sie hat noch nie Mama oder Mutti gesagt. Ihre Mutter war schon immer Mutter. Eine resolute und praktische Frau. Nicht unnötig sentimental. Eine der unzähligen Trümmerfrauen, die Deutschland nach dem Krieg wieder aufgebaut haben. Sie hatte Glück. Ihr Mann kam mit nur einem Bein aus dem Krieg zurück, er wagte es nicht, ihr Vorhaltungen zu machen oder ihr vorzuschreiben, wie sie ihr Leben gestalten sollte. Jedenfalls vermutet Dorothea das.
Der Vater ist früh gestorben, sie kann sich kaum an ihn erinnern. Allerdings wird sie immer etwas sentimental, wenn ein Mann in ihrer Gegenwart Pfeife raucht. Mit diesem Geruch verbindet sie die Erinnerung an einen warmen Körper, der sie fest drückt und dabei kitzelt. Das hatte Vater zum Spaß manchmal gemacht, nachdem er sie in die Luft geworfen hatte.
Mutters zweiter Mann hatte nur einen Arm. Sie hatte sich daran gewöhnt, ihre Entscheidungen unabhängig vom Wohlwollen eines Mannes zu treffen, nach eigenem Belieben zu schalten und walten, sie wusste, ein Mann, dem ein Arm fehlte, würde sich nicht in ihre Angelegenheiten mischen. Die Ehe war, soweit Dorothea das beurteilen konnte, für beide Seiten zufriedenstellend. Wilhelm, den sie beide Willi nannten, war ein leiser und unauffälliger Mann. Er tat, was mit einem Arm zu tun ihm möglich war, dabei war er dezent und rücksichtsvoll.
Das genaue Gegenteil von Mutter, die am liebsten unaufgefordert ihre Meinung sagt und sich aus diesem Grund für eine ehrliche Haut hält. Nur zimperliche Menschen wie Dorothea empfinden ihre Art als taktlos.
Was? Mit diesem Hängebusen wagst du es, ohne BH aus dem Haus zu gehen? Was ist denn dabei, wenn ich so etwas sage? Hast du etwa keinen Hängebusen?
Beobachtet der Mann sie etwa? Sie versucht, die Brille unauffällig vom Kopf herunter auf die Nase zu ziehen, dafür muss sie auf ein paar Haare verzichten, die sich im Bügel verhakt haben. Um den Schmerz zu überspielen, bückt sie sich ein wenig, als wollte sie das kleine Schild neben der Schuppenwurz lesen. Natürlich weiß sie auch ohne Schild, wie eine Schuppenwurz aussieht, sie gehört zur Familie der Rachenblütler, ist zweikeimblättrig, ihr lateinischer Name lautet Lathraea squamaria, gelernt ist gelernt, aber schaden kann das kleine Ablenkungsmanöver sicherlich nichts.
Beim Hochkommen hat sie ihn. Er sieht Dorothea an. Ihm ist klar, dass sie ihn erwischt hat, deswegen lächelt er. Hält sie länger als nötig mit seinen Augen fest. Sie weiß nicht, ob sie sich verstecken möchte oder zu ihm hin laufen. So kann man doch eine Frau nicht ansehen. Das könnte alles Mögliche bedeuten. Abrupt dreht sie sich von ihm weg.
Wahrscheinlich ist er so alt wie sie. Vielleicht ein paar Jahre drüber oder drunter. Bei Männern verschätzt sie sich oft. Aber eigentlich verschätzt sie sich bei den meisten Menschen. Ihr gefühltes Alter hat nichts mit ihrem tatsächlichen zu tun. Da liegen Generationen dazwischen. Deswegen hält sie Vierzigjährige für gleichaltrig und Gleichaltrige oft für weit über siebzig. Allerdings geht es Gerlinde nicht anders. Sie ist fünfundsechzig wie Dorothea, die gleichaltrigen Männer, die sich ernsthaft für sie interessieren, schätzt sie auf mindestens achtzig, behält diese Überlegungen inzwischen aber klugerweise für sich.
Dorothea hat sich schon vor zwanzig Jahren dieses dumme „Schätzen Sie mal“ abgewöhnt, wenn es um die Frage nach dem Alter geht. Ungefähr in diese Zeit fällt ihre Begegnung mit einer etwa fünfjährigen Göre, die ihre Mutter nach einem charmanten Geplänkel gefragt hatte, wie die netten Omis eigentlich heißen. Omis! Damit waren Gerlinde und sie gemeint. Gerlinde hatte zwar schon damals graue Haare, während ihre eigenen noch dunkel waren, aber unabhängig von der Haarfarbe hatte bestimmt keine der beiden wie eine Oma ausgesehen. Von wegen Kindermund sagt die Wahrheit. Kindermund plappert dummes Zeug, und Dorothea weiß, wovon sie spricht, sie war fünfunddreißig Jahre lang Lehrerin. Bevor sie sich wegen Mutter hatte pensionieren lassen. Mit Abzügen natürlich.
Eine kleine Drehung zurück, wirklich nur den Hauch einer Bewegung, aber aus den Augenwinkeln heraus kann sie erkennen, dass der Mann jetzt wieder zur Statue geworden ist. Ein Kerl wie er würde wahrscheinlich nur mit ihr reden, wenn sie ihn direkt anspräche. Und genau das wird sie nicht tun. Stattdessen wird sie nach Hause gehen und Matjes auf den Tisch bringen. Mit fetter Mayonnaise.
In der Nacht passieren eigenartige Dinge. Kaum liegt Dorothea im Bett, muss sie an den Unbekannten denken. Nicht nur denken. Während sie sich vorzustellen versucht, wie sein Gesicht aussieht, ob er einen Körper hat und wie der wohl proportioniert ist, regt sich etwas in ihrem Unterleib. Sie streicht mit der Hand über ihr Schambein, das Gefühl verstärkt sich. Verdutzt öffnet sie die Augen, als könnte sich jemand leise in ihr Zimmer geschlichen haben und ihr Tun beobachten.
Aber da ist nur die Straßenlaterne, die wie jede Nacht in ihr Zimmer leuchtet. Aus dem Nachbarzimmer hört sie den Fernseher und Mutters Schnarchen. Wozu hat sie eigentlich die Fernbedienung, wenn sie doch immer einschläft und der Apparat die halbe Nacht läuft?
Dorothea legt sich ein wenig bequemer hin. Öffnet die Beine. Schiebt die Hände in die Schlafanzughose. Nein, das geht nicht. Sie kann sich nicht selbst befriedigen, während nebenan ihre Mutter schläft. Außerdem ist es lange her, wahrscheinlich weiß sie gar nicht mehr, wie man das macht. Sie weiß es vielleicht nicht, ihre Finger wissen es schon.
Mit dem linken Zeigefinger zieht sie die Schamlippen ein wenig auseinander, mit dem rechten streicht sie leicht über die frei werdende Stelle. Gleich hebt sie wieder den Kopf. Ist da wirklich niemand? Ich bin verrückt, sagt sie sich. Eine schrullige alte Jungfer. Jedenfalls wenn Mutter Recht hat und man nach sieben Jahren ohne Sex wieder zur Jungfrau wird. Dann wäre sie sogar die doppelte Jungfrau, denn wenn sie sich nicht verrechnet hat, war Henning der letzte Mann. Und Henning hat sie vor vierzehn Jahren verlassen. Eigentlich hat sie ihn verlassen, aber da er schon zwei Wochen später eine neue Freundin hatte, fühlt sie sich als diejenige, welche.
Sie stöhnt, befeuchtet den kreisenden Mittelfinger mit etwas Spucke, nein, das muss noch feuchter sein, auch der Druck des kreisenden Fingers muss stärker werden, die Beine sich noch ein wenig mehr öffnen. Sie streckt ihren Hintern den Fingern entgegen und lauscht dann vorsichtig. Das Schnarchen hat nichts von seiner Intensität eingebüßt.
Von wegen vertrocknete Damaszenerrose. Aus ihrer Kehle kommen eigenartige Laute, es klingt, als würde eine Katze miauen. Noch eine letzte Fingerdrehung auf ihrer Klitoris, dann drückt sie mit vier Fingern auf ihre Vulva, als wolle sie die verschließen. Oh mein Gott. Hilfe.
Sie reißt die Hände aus der Hose und hält sich den Mund zu. Das Schnarchen ist verstummt. Setzt aber gleich wieder ein. Der Lattenrost knarrt und sie hält den Atem an.
Am nächsten Tag keine Spur von ihrem Unbekannten. Das hat sie sich schon gedacht. Vielleicht war er gestern das erste Mal im Rosengarten. Vielleicht war er ein Tourist. Jemand aus einem anderen Bezirk. Vielleicht ist er verreist. Oder gestorben. Vielleicht interessieren ihn Blumen nicht, und er saß nur hier, weil er eine Pause vom Joggen machen wollte. Allerdings hat er nicht wie ein Jogger ausgesehen.
Dorothea kann sich nicht an seine Kleidung erinnern. Nur an seine Augen. Und an dieses Lächeln, das sie so schnell nicht vergessen wird. Trug er nicht eine Jacke? Etwas Helles. Eine dunklere Hose. Jeans vielleicht. Kein Rentner-Beige. Das wäre ihr aufgefallen. All die alten Deutschen in ihren Tarnfarben, die busseweise in den Städten der Welt ausgeschüttet und ein paar Stunden später wieder eingesammelt werden, an ihrem Beige und den altmodischen Schuhen sollt ihr sie erkennen. Aber vielleicht wird man über ihre Generation eines Tages dasselbe sagen. Jeans und Turnschuhe. Auch das ist eine Art Uniform.
Mutter bevorzugt für ihre Garderobe Weiß und Rot. Allerdings findet sie nie denselben Rotton, mit dem sie ihre Haare färbt. Sie färbt sie seit sechzig Jahren, und auch auf dem Totenbett werden ihre Haare rot sein. So hat sie es festgelegt. Frische Farbe und dazu das weiße Kostüm. Und der Gefangenenchor aus Nabucco. Kein modernes Zeug.
Dorothea möchte bei ihrer eigenen Beerdigung John Lennon hören. Woman I know you understand the little child inside the man. Oh, wie gut sie dieses Kind versteht. Es versteckt sich nicht nur im Inneren von erwachsenen Männern. Auch in ihr ist dieses Kind, manchmal kreischt es, wenn es zu wenig Beachtung findet zum Beispiel, manchmal sorgt es sich und verzweifelt. Es beschwert sich, kämpft und tobt. Jetzt möchte das Kind den Unbekannten finden. Früher dachte Dorothea, wenn sie erst einmal so und so alt ist, dann wird dieses empfindsame Wesen mit ihr gewachsen sein und ihr keinen Ärger mehr machen. Dachte sie.
Wahrscheinlich hatte auch Mutter diese Hoffnung, falls sie sich über ihr Inneres jemals Gedanken gemacht hat. Sie reden nicht über psychologische Befindlichkeiten. Mutter hat nie irgendeine wie auch immer geartete Form von Therapie gemacht. Dabei stand sie ihr nicht direkt abweisend gegenüber. Wer es braucht! Der soll es ruhig in Anspruch nehmen. Der, der es braucht, ist allerdings ein schwacher Mensch, daran zweifelt sie nicht.
Einmal hat sie sich versprochen, hat etwas von einem Russen erzählt, der sie genommen hat, später hatte sie behauptet, Dorothea müsste sich verhört haben. Ihr wäre nichts passiert. Basta.
Die Frauen ihrer Generation – für Männer gelten andere Regeln – hatten für so etwas wie Psychotherapie keine Zeit. Die Schäden des Krieges mussten behoben, etwas Neues musste geschaffen werden. Nebenbei wurde eingeweckt, Marmelade gekocht, und die ganz Fleißigen nähten natürlich auch ihre Garderobe selbst. Faule Frauen gab und gibt es immer, aber die meisten von ihnen bringen es nicht weit. Sagt Mutter. Keine Frage, dass sie immer eine von den Fleißigen war.
Deswegen betrübt es sie doppelt, heute so hilflos zu sein und nicht mehr zupacken zu können, für die zwei, drei Schritte, zu denen sie noch in der Lage ist, einen starken Arm zu brauchen und ohne Hilfe nicht mehr aus dem Sessel hochzukommen. Manchmal tut sie Dorothea leid. Wenn sie auf wackligen Beinen vor ihr unter der Dusche steht und sich von ihr abseifen lässt. Ganz schlimm wird es, wenn sie sich in die Hose gemacht hat. Was äußerst selten vorkommt. Aber in diesen Momenten ist sie ungewohnt still.
Allerdings lässt Dorotheas Mitleid sofort nach, wenn Mutter versucht, sie herumzukommandieren. Wenn sie über ihr Aussehen meckert, über die Unordnung auf ihrem Schreibtisch. Wenn sie Kringel auf die Fensterscheibe malt, damit Dorothea erkennt, wie dringend es geputzt werden müsste.
Sie reibt eine Lavendelblüte zwischen den Fingern, atmet den Duft ein, und während sie noch gebückt vor dem riesigen Busch steht, nimmt sie aus dem Augenwinkel eine Veränderung wahr. Im Pavillon sitzt jemand. Gerade eben war der Platz noch leer, da ist sie sich sicher. Sie wagt nicht, direkt hinzuschauen, aus Angst, er könnte es sein. Ihr Herz klopft. Sie richtet sich auf, ignoriert den Schmerz in den Knien, da müssen jetzt mal die Lippen zusammengebissen werden, dann schreitet sie langsam am Beet entlang.
Im Vorübergehen streicht sie dem eisernen Hirsch über die Stelle an der Nase, die von den vielen Berührungen ganz weich und zart ist, man muss nur die Hand ausstrecken, das wird der Grund für das ständige Gegrabsche sein, und bei der Gelegenheit dreht sie ein klein wenig den Kopf nach links. Im Pavillon sitzt ein Mensch mit einer hellen Jacke. Ihr Herz sinkt, dann bequemt es sich wieder an die übliche Stelle. Nur nicht zu früh freuen, ob er es ist, weiß sie erst, wenn sie unauffällig auf der anderen Seite zurückgegangen ist.
Sie hat kaum Augen für die Katzenminze und den blauen Rittersporn, sie versucht, Details zu erkennen. Dorothea läuft etwas schneller, aber das ist dumm, er wird glauben, sie will zum Ausgang. In diesem Moment erkennt sie, dass es sich bei der hellen Jacke um die Bluse einer Frau handelt.
Täglich würde sie solche Aufregungen nicht ertragen. Sie könnte sich jetzt noch ein wenig auf eine Bank setzen. Könnte in ihrem Buch lesen. Dabei ist sie doch längst davon überzeugt, dass er nicht mehr kommen wird. Zu Hause wartet Mutter, sie wird schon unruhig sein, weil die Zubereitung der Semmelknödel, die es heute gibt, mehr Zeit in Anspruch nimmt als die der Nudeln, die sie sonst so oft essen muss und von denen sie langsam die Nase voll hat.
„Du mit deiner Pasta. Man könnte meinen, du hättest in einem früheren Leben in Italien gelebt.“
Bei Bedarf glaubt Mutter an die Wiedergeburt, sonst ist sie weder offen noch heimlich religiös. Eines Tages ist alles vorbei, und dann schaun wir mal, was passiert. Wahrscheinlich passiert nichts, aber da wir nichts gehofft haben, können wir auch nicht enttäuscht werden. Eine simple Theorie, die ihre Vorzüge hat.
An diesem Abend geht Dorothea früher als sonst ins Bett. Mutter erzählt sie etwas von schlecht geschlafen, noch lesen wollen, aber eigentlich will sie sich mit sich selbst vergnügen. Langsam und genussvoll. Eine Stunde mindestens, um den Höhepunkt zu erreichen. Bis sie es nicht länger aushält. Und wenn es zwei Stunden dauert.
Wieder stellt sie sich eine Begegnung mit ihrem Unbekannten vor. Stellt sich vor, wie sie sich völlig außer sich vor Lust auf einer der hinteren Bänke an ihm reibt, an seinem Knie, seinem Schenkel, wie er ihre Brüste berührt, seinen Bart an ihrem Hals reibt, während sie immer weiter reibt und treibt, wie sie am Ende auf ihm sitzt, der Park ist leer, und wie sie immer wieder die Perspektive wechselt. Mal blickt sie von oben auf ihn herab, über ihre schaukelnden Brüste hinweg, dann wieder sieht sie sich selbst mit seinen Augen, sieht ihre großen Brüste in seinen Händen.
Aber irgendetwas fehlt noch an dieser Szene. Ein Unbekannter, der plötzlich auf der Bildfläche erscheint. Ein Gärtner vielleicht. Verdammt, es ist egal, wer da kommt, denn jetzt kommt sie. Oh Gott. Fick mich. Als sie auf die Uhr schaut, stellt sie fest, dass der Film in ihrem Kopf keine zwanzig Minuten gedauert hat.
Beim Frühstück am nächsten Morgen kommt es ihr vor, als würde Mutter sie anders als sonst betrachten. Aber vielleicht bildet sie sich das auch nur ein. Dorothea zieht die Turnschuhe wieder aus und sucht die italienischen Pantoletten mit dem kleinen Absatz, in denen sie eigentlich nicht laufen kann. Aber sie wird mit dem Rad fahren, und die paar Schritte im Rosengarten wird sie schon schaffen.
Mutter beobachtet ihr Treiben von ihrem Platz in der Küche. „Was rennst du denn neuerdings ständig in diesen Park? Wir haben doch die schöne Grünanlage direkt vor der Tür. Und dann mit diesen Schuhen. Da kriegst du doch nur wieder Blasen.“
„Mutter. Bitte lass das meine Sorge sein.“
Sie wird ihr nicht auf die Nase binden, dass sie darauf hofft, dort den Unbekannten zu treffen. Und dann erzählt sie noch etwas von blühenden Rosen, die sie in ihrer kleinen Anlage nicht haben und die sie fotografieren will.
Touristen. Einheimische. Sie ist nicht die Einzige, die einen Fotoapparat dabeihat. Überall Paare. Einzelne Frauen. Nirgendwo der Unbekannte, auf dessen Erscheinen sie wartet. Sie setzt sich auf eine Bank in der Nähe des Springbrunnens. Schließt die Augen und lauscht auf das Plätschern.
Sie erinnert sich an das, was sie letzte Nacht in ihrem Bett gemacht hat, besser gesagt, ihr Körper erinnert sich, und weil ihr das peinlich ist, öffnet sie die Augen wieder. Und da steht er. Keine zwanzig Meter von ihr entfernt. Ein kurzer Moment des Erkennens in seinem Blick, dann hört er wieder auf das, was die Frau neben ihm zu sagen hat. Eine üppige Blonde. Jünger als er, viel jünger als Dorothea. Natürlich.
Das hätte sie sich denken können. Alle Männer, die sie interessant findet, sind vergeben. Oder zu jung. Interessieren sich nicht die Bohne für sie, wie dieser Kerl, der zwar auf infame Weise schaut, aber der schaut wahrscheinlich immer so. Und sie hat sich wer weiß was eingebildet. Was eigentlich? Dass sie ein Liebespaar werden?
Sie steht auf und tut so, als hätte sie ihn nicht erkannt. Falls es dafür nicht schon ein bisschen spät ist. Als sie durch die Drehtür geht, glaubt sie, seinen Blick zu spüren. Aber das wird auch nur eine dumme Einbildung sein.
Trotzdem beschäftigt der Unbekannte auch in dieser Nacht ihre Phantasie. Diesmal hält sie sich länger bei den Details auf, die letztendlich zu der sexuellen Begegnung führen. Sie malt sich in allen Einzelheiten aus, wie sie ihn an einem Morgen im Rosengarten trifft, wieder sind sie beide die einzigen Gäste, wie sie sich von ihm in ein Gebüsch ziehen lässt, wie sie sich dort ineinander verschlingen, sich küssen, beißen, kratzen.
Ihr Herz fängt an zu rasen. Ihr Körper wird weich, und vor Begehren seufzt und stöhnt sie. Wird noch lauter, als sie sich vorstellt, wie er sie ungeduldig auf den Boden wirft, den Rock hochschiebt – sie sollte sich einen Rock kaufen bei Gelegenheit –, den Slip zieht er nur ein Stück beiseite, oh mein Gott, warte, das ist doch völlig verrückt. Als sie am nächsten Morgen aufwacht, hat sie noch immer eine Hand zwischen den Schenkeln.
Beim Frühstück sitzt Mutter über ihr Brötchen gebeugt und sieht beim Sprechen nicht hoch.
„Du bist noch nicht alt. Du könntest dir einen Mann suchen.“
Nicht die Scham hat ihren Blick gesenkt, auf der Wurst ist ein Haar. Dorothea reagiert nicht. Sie tröpfelt hingebungsvoll Honig auf ihr Toastbrot. Damit kann sie sich noch eine Weile beschäftigen, sollte das nötig sein. Das Haar wird auf den Fußboden gepustet.
„Ich höre doch, was du da nachts machst.“
Dorothea tut so, als wäre sie gelangweilt. „Ach ja? Was mache ich denn?“ Sie wird es doch wohl nicht wagen. Doch, sie tut es.
„Onanie nannte man das früher. Wahrscheinlich gibt es ein neues Wort. Aber du weißt, was ich meine.“
Der Honig tropft an der Seite wieder herunter. „Und wenn? Was interessiert dich das? Ist es verboten?“
Mutter klopft auf den Tisch. „Red doch nicht so dummes Zeug. Natürlich nicht. Aber ich wusste gar nicht, dass du noch solche Bedürfnisse hast.“ Sie überlegt einen Moment.
„Du kommst nicht nach mir, ich habe das Thema schon vor Jahren als erledigt betrachtet.“
Jetzt ist Dorothea doch neugierig. Sie haben noch nie darüber geredet. „Wann denn?“
„Kurz nach dem ich deinen Vater kennengelernt habe.“
Dorothea verschluckt sich fast an ihrem Bissen, kann das Unglück aber noch einen Moment aufhalten. „Und wie fand Vater das?“
Mutter schaut sie an, als wäre sie schwer von Begriff. „Wie soll er das gefunden haben? Ich habe natürlich meine Pflicht getan. Ich wusste schließlich, was Männer von Frauen erwarten. Einmal in der Woche habe ich ihn machen lassen. Und mit Willie war das nicht anders. Aber der war auch nicht so nach Sex versessen, das war eher der Kuscheltyp, wie man heute so sagt. Und wenn er doch einmal Gelüste bekam, ja mein Gott, schau mich nicht so an, dann ließ ich ihn eben. Dabei habe ich mir überlegt, was ich in den nächsten Tagen mittags auf den Tisch bringe.“
Dorothea verschluckt sich nun doch. Sie stellt sich Mutter vor, wie sie im Geiste Einkaufslisten anlegt, während Willie über ihr stöhnt. Sie lacht und bekommt keine Luft.
„Ich weiß gar nicht, was du daran komisch findest. Hat es dir denn immer Spaß gemacht?“
Langsam beruhigt sich Dorothea wieder. Sie tut so, als müsste sie überlegen. „Nein, hat es nicht. Aber manchmal habe ich dann so getan, als ob.“ Bevor Mutter sich etwas Falsches zusammenreimt. „Selten. Nur sehr selten.“
Sie hätte sich denken können, dass es damit nicht erledigt ist.
„Selten.“ Mutter schnauft. „Du hältst mich wohl für meschugge. Als ob du ein Vamp gewesen wärst. Dabei hat Henning etwas von trockener Ziege gesagt damals.“
„Trockene Schrippe, Mutter. Trockene Schrippe.“
„Na siehst du, du weißt genau, was ich meine.“
Als Dorothea kurz danach aufsteht – sie stellt das benutzte Geschirr in die Spülmaschine –, merkt sie, wie sie von Mutter beobachtet wird.
„Du siehst gar nicht so übel aus für dein Alter. Vielleicht ein paar Kilos zu viel, aber die meisten Männer mögen das.“
Dorothea richtet sich auf. „Mutter! Können wir dieses Thema jetzt fallen lassen? Was willst du mir überhaupt sagen?“
Mutter versucht aufzustehen, dabei stützt sie sich mit der Hand am Tisch ab. „Ich will dir sagen, dass du nur wegen mir nicht auf einen Mann verzichten musst. Wenn du so wild bist, dass du es neuerdings jede Nacht haben musst, dann such dir einen. Ich habe neulich …“
Dorothea unterbricht sie. „Ich möchte jetzt nichts weiter hören. Ist das klar, Mutter?“
Die hat sich aufgerichtet und redet weiter, als wäre sie nicht gerade unterbrochen worden. „In dieser Fernsehsendung war eine Frau, die hat mit siebzig eine Anzeige aufgegeben, dass sie jemanden nur für den Sex sucht. Und rate mal, was die über ihre Erlebnisse erzählt hat.“
Dorothea kann sich nicht an eine entsprechende Sendung erinnern. „Wann willst du das denn gesehen haben?“
„Freitagnacht. Als du nebenan um Hilfe gerufen hast.“
Wenn Mutter das gehört hat, dann wird ihr auch das andere nicht entgangen sein. Wie kann es sein, dass sie schnarcht und gleichzeitig mitbekommt, was nebenan passiert? Gott sei Dank werden ihr weitere Einzelheiten über ihr nächtliches Treiben erspart.
„Diese Frau jedenfalls hat erzählt, dass sich viele Männer gemeldet haben, sehr nette Männer zum Teil, und jetzt hör gut zu, sie hat behauptet, es wären sogar Vierzigjährige dabei gewesen.“
Dorothea ist skeptisch. „Vierzigjährige? Was wollen die mit einer Siebzigjährigen?“
„Ficken. Was denn sonst.“
„Mutter.“
Die lacht. „Du glaubst wohl, nur du könntest solche Wörter benutzen, was? Erst um Hilfe rufen und dann fick mich. Eine feine Tochter habe ich.“
Dorothea fühlt, wie ihr die Röte ins Gesicht steigt. „Mutter. Es tut mir leid, wenn du Dinge mitbekommst, die eigentlich nur mich etwas angehen. Ich werde in Zukunft leiser sein. Aber jetzt möchte ich mich nicht länger mit dir über dieses Thema unterhalten.“
Sie will sich umdrehen und die Küche verlassen. Soll Mutter sehen, wie sie alleine in ihr Zimmer kommt. Von ihrem Blick wird sie zurückgehalten.
„Du musst dich gar nicht so haben. Ich sage doch nur, such dir einen Mann. Wenn es dir so großen Spaß macht.“
Dorothea, die wieder einen Schritt auf Mutter zugegangen ist, wendet sich brüsk ab. „Jetzt reicht es aber. Falls du es noch nicht mitbekommen hast: Ich will mit dir nicht über meine sexuellen Bedürfnisse reden. Ist das klar genug?“
„Na bitte, wenigstens gibst du es zu. Du hast sexuelle Bedürfnisse.“
Mutter setzt sich wieder auf ihren Platz. Sie sieht nicht so aus, als wolle sie streiten. „Ist das ganz plötzlich über dich gekommen? Einfach so?“ Sie sieht aus, als würde sie es ehrlich interessieren.
Dorothea, die diese ganze Debatte eigentlich albern findet – vor allem findet sie albern, wie sie sich ziert –, setzt sich ebenfalls. Was macht es, wenn sie mit ihrer Mutter über ihre Gefühle redet? Sie sind beide Frauen. Diese alte Frau war nicht immer alt. Sie hatte keinen Spaß am Sex, aber offensichtlich hat sie Verständnis dafür, dass andere gewisse Anwandlungen haben. Und deswegen erzählt sie ihr von dem Blick dieses Unbekannten im Rosengarten, von ihrem Versuch, ihn wiederzusehen, und von ihrem Körper, der seitdem seltsam lebendig wird.
„Lebendig? Was macht er denn?“ Mutter rutscht ihr über den Tisch ein Stück entgegen und sieht sie mit großen Augen an.
„Es ist so, als würden in mir irgendwelche Bewegungen stattfinden. Energien, die immer den Körper hoch und runter fließen. Und mir wird dann so warm.“
Mutter unterbricht sie. „Das sind die Hitzewallungen, die haben sich bei mir auch so lange gehalten.“
Dorothea schüttelt energisch den Kopf. „Mutter, ich weiß, was eine Hitzewallung ist. Das hier ist anders. Mehr im Bauch. Dabei kribbelt es.“
Mutter sieht aus, als würde sie ernsthaft über dieses Problem nachdenken. Sie ist zu einem Ergebnis gekommen. „Du bist geil.“
Ein letzter Anfall von Auflehnung, dann sinkt Dorothea in sich zusammen.
„Stimmt.“ Sie richtet sich wieder auf. „Aber das ist ja keine Krankheit. Und einen Mann muss ich mir deswegen auch nicht suchen. Vielleicht lerne ich noch einmal einen kennen, aber suchen werde ich nicht. Und jetzt wäre es mir lieb, wenn wir über etwas anderes reden.“ Damit ist das Thema hoffentlich in aller Ausführlichkeit diskutiert worden.
Dorothea geht weiter in den Rosengarten, zwei, drei Wochen lang täglich, dann wieder an ihren normalen Tagen. Mittwoch und Freitag. Ihren Unbekannten sieht sie nicht wieder. Mutter stellt den Fernseher lauter als sonst, aber das wäre nicht nötig. Die Lust hat nachgelassen. Nur manchmal noch überfällt sie das Verlangen, meist unverhofft. Die Geste eines Fremden, den sie durch ein Schaufenster hindurch beobachtet. Eine Zeile in einem Song. Ein Satz in einem Buch. Gerlinde, die bei einem Ausflug nach Lübars vor einem weiten Feld steht und „gut zum Reiten hier“ sagt. Dann bekommt Dorothea plötzlich diesen unbestimmten Ausdruck in den Augen.
Gut getan hat ihr diese kleine Episode allerdings. Von den Schmerzen in der Hüfte, die vielleicht eher im Bauch saßen, merkt sie kaum noch etwas. Vielleicht sollte sie ihren Körper wie einen Motor betrachten, der ab und zu geschmiert werden muss.
Als sie an einem Freitag nach Hause kommt, liegt im Flur ein Päckchen für sie. Von einem Versandunternehmen. Sie ist sich sicher, nichts bestellt zu haben. So etwas sollte ungeöffnet zurückgeschickt werden. Wie kommt das Ding überhaupt in den Flur? Mutter schafft den Weg zur Tür doch gar nicht mehr allein.
Aus ihrem Zimmer dröhnt der Fernseher. „Die Zubereitung ist ganz einfach. Sie wickeln pro Filet eine Scheibe Schinken.“
Dorothea steckt den Kopf durch die Tür. „War Frau Mertens heute hier?“
„Pst. Ich muss mitschreiben.“
Sie entschließt sich, das Päckchen doch zu öffnen. So viel Neugierde sollte erlaubt sein. Allerdings muss sie dazu in die Küche, eine Schere wird benötigt – warum haben die das so gut verpackt? –, und dann steht sie da mit dem Teil in der Hand, weiß nicht, ob sie lachen oder weinen soll. Heißt es nicht, mit Humor kommt man weiter?
Sie stellt sich vor das Fernsehgerät und hält Mutter den Vibrator entgegen.
„Was hast du dir dabei gedacht?“
Mutter macht eine Geste, die bedeuten soll, dass sie ihr die Sicht versperrt.
„Ich habe mir gedacht, dass du so ein Ding gut gebrauchen kannst. Und dann habe ich das mit Frau Mertens zusammen ausgesucht. Bei der Größe waren wir uns nicht ganz einig, sie wollte lieber einen kleinen, ich dachte, ein bisschen größer könnte nicht schaden. Und jetzt weg da, heute machen sie toskanische Filetpfanne.“
Als Dorothea schon fast draußen ist, wird der Ton plötzlich leiser.
„Und wenn du das Ding nicht benutzen willst, dann nehme ich es. Man lernt ja nie aus.“
Und dann schreit es wieder:
„Rosmarin, Salbei, Thymian, Kräuter, die sie auf der Fensterbank haben sollten.“