Friedensfähig werden. Diese Formulierung gefällt mir sehr gut.

Manche Menschen meditieren dafür täglich eine Minute um 16 Uhr – eine weltweite Aktion –, andere stehen immer montags auf dem Marktplatz. Bei Wind und Wetter. Wieder andere fahren mit entsprechenden Plakaten im Auto durch die Gegend. Kleine Gesten, die nichts ändern, könnte man denken. Ich denke bzw. bin davon überzeugt, dass Frieden bei mir anfängt.

Leider fällt mir dann gleich die Vehemenz ein, mit der ich in den beiden vergangenen Tagen mit dem Freund gestritten habe. Auch etwas lauter ist es dabei geworden. Saskia Esken und die Blacklists, Meinungsfreiheit, die wirklichen Gründe für Kriege. Die ich natürlich durchschaut habe. Er nicht. Logisch.

Hinterher kann ich manchmal erkennen, dass mein Engagement eine Form von psychologischer Reaktanz war. Trotz. Ärger. Es wäre klug, wenn ich in solchen Situationen erstmal um den Block ginge. Oder mich daran erinnerte, dass ein Sachverhalt von verschiedenen Blickpunkten aus betrachtet werden kann. Also auch von dem meines Diskussionspartners.

Bei manchen Themen kann ich das, bei anderen nicht. Vielleicht bedeutet friedensfähig werden also eher, Widerspruch auszuhalten. Gerade bei Themen, die mir am Herzen liegen.

3 Gedanken zu „Friedensfähig werden. Diese Formulierung gefällt mir sehr gut.“

  1. Da kann man jetzt eine Weile darüber nachdenken, was denn der Unterschied zwischen Friedensbereitschaft und Friedensfähigkeit ist. Sowohl Bereitschaft als auch Fähigkeit gehen dem Handeln voraus, doch wartet die Bereitschaft auf das Gegenangebot. Fähigkeit ist Selbstbestimmung.

    1. Ja. So habe ich zumindest für mich die Fähigkeit zum Frieden interpretiert. Dann warte ich nicht darauf, dass der/die anderen etwas tun, dass sie mir entgegenkommen, was auch immer. Ich möchte im Frieden sein. Und von dort aus reden bzw. handeln. Was ich nicht einfach finde.

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