habe ich die Auflagen für die Hollywoodschaukel aus dem Schuppen geholt. Auch die kleinen Kissen, die ich mir in den Rücken stopfe.
Es wird von Tag zu Tag grüner hier, auch wenn ich oft denke: Grüner geht nicht. Aber es geht natürlich doch. Pflanzen wachsen in die Höhe, in die Breite. Der Salat wird als Nächstes blühen, der Rettich protzt bereits mit Weiß. Daneben am Strauch einige errötete Johannisbeeren. Im Grün der Gräser eine kleine rote Mohnblüte.
Auf dem Balkon gibt es jetzt Dill, Petersilie, Koriander, Schnittlauch und Basilikum. Der Moppedfahrer hat die Kästen gestern mit neuer Erde befüllt und die Kräuter eingepflanzt. Das wollte ich eigentlich machen. Aber wenn man mit jemandem lebt, dessen Devise lautet: Was könnte ich denn als Nächstes tun?, gibt es Überraschungen.
Der Hausmann, der gestern einen freien Tag hatte, verwöhnte uns am frühen Nachmittag mit einem schlichten Apfelkuchen. Sahne hatte ich besorgt. Was für ein Leben.
Später sah ich den Hausmann im Wintergarten auf der Leiter, für mich in schwindelerregender Höhe. Er war dem Moppedfahrer zur Hand gegangen, dessen Projekt nach der Balkonbepflanzung nun „Frische Erde für alte Pflanzen“ hieß. Für jene Pflanzen, die aus luftiger Höhe auf die Menschen herabschauen. Da war inzwischen einiges vertrocknet.
Ich hatte mich wieder an den Schreibtisch zurückgezogen. In den letzten Tagen, Wochen und Monaten war ich fleißig. Ich habe alle drei Teile der Langzeitprotokolle überarbeitet und in veröffentlichbare Abschnitte aufgeteilt. Einfach leben. Meine Reise mit Goloka. Am Rand ein Zuhause. Oft war ich versucht, etwas zu ändern, aber ich habe es sein lassen.
Ich wollte ja kein Zeugnis über mein schönes, gelungenes Leben ablegen. Ich habe darüber geschrieben, wie es ist, wenn ein Mensch mit Wunden, Sehnsüchten, Eigenarten – mit seiner Geschichte eben – nach einem Leben sucht, das sich nach seinem eigenen anfühlt. Nach dem, was für ihn vorgesehen war. Irrungen und Wirrungen inklusive.