Heute ist Ruhetag.

Keine Kulturveranstaltungen im Monbijou-Theater, dort waren wir vorgestern. Netter Ort, tolle Truppe. Sehr empfehlenswert das Stück „Was ihr wollt“. Ausflüge gibt es heute auch nicht. Einen Abstecher in die Ostprignitz haben wir gestern gemacht. Ein bisschen Wehmut stieg in mir auf. Schließlich war sie drei Jahre lang meine Heimat.

Bevor der Moppedfahrer zu seiner Motorrad-Landpartie mit Sohn und Freund aufbricht, gibt es noch schnell eine kleine Schulung. Wenn der Motor der Pumpe für die Toilettenspülung sich nicht von allein abschaltet, muss im Keller nur der Stecker gezogen werden. Der ist gut sichtbar drapiert, den finde ich sofort. Das Wasser wiederum wird in einem anderen Raum abgestellt.

Auch das Mädchen ist mit mir hinab in die heiligen Hallen gestiegen. Vier Augen sehen mehr als zwei. Außerdem ist ihr Gedächtnis ausgezeichnet. Ich möchte wetten, dass sie heute noch weiß, wie die fünf Katzen heißen, welche wann und wo gefüttert wird, welche Pflanzen in welchem Turnus gegossen werden sollen, dazu die Details zu den Hühnern und zum goldigen Retriever, der immer alles richtig machen will. Ich bin mir sicher, dass sie das alles auswendig hersagen kann.

Sie hat in der anderthalbstündigen Einweisung, die ich gestern für meinen Einsatz im August bekommen habe, die Ohren gespitzt und die Augen offengehalten. Wie sehr sie mich beneidet. Wenn es nach ihr ginge, hätte sie ebenfalls Hunde, Hühner und Katzen.

Ein Ruhetag braucht unbedingt einen Kuchen. Außerdem haben wir uns morgen mit dem Hausmann zum Picknick am See verabredet. Auch dort freut sich jemand über Kuchen. Aber das war es dann auch mit unseren Aktivitäten.

Wir hängen in der Hollywoodschaukel, sitzen im Garten in der Sonne. Wir lesen, schreiben, reden. Geredet sollte allerdings so wenig wie möglich werden, weil zu einem Ruhetag meiner Meinung nach auch Stille gehört.

Schon quatscht es rechts von mir. „Ich genieße den blauen Himmel. Keine einzige graue Wolke.“ Das nehme ich kommentarlos zur Kenntnis.

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