denke ich noch einmal über das Telefonat nach, das ich gerade mit der Vermieterin in Lenzen geführt habe. Was bedeutet die Formulierung, die Wohnungen wären fast weg? Wenn sie fast weg sind, dann muss ich sie mir ja nicht mehr anschauen, oder? Im Prinzip ja. Es gäbe da aber noch eine Zweizimmerwohnung, die wäre nur etwas größer. Und was kostet diese? Das wusste die Frau auch nicht. Wir wollen noch einmal telefonieren, wenn ich wieder in Berlin bin.
Vielleicht ist dieses Hin und Her auch ein Zeichen. Ich habe in der Vergangenheit die Erfahrung gemacht, dass Dinge entweder ganz leicht gehen – oder sie sind nicht wirklich für mich. Darüber habe ich in den knapp zwei Wochen, die ich jetzt auf dem Land bin, ohnehin schon nachgedacht. Mir gefällt das Dörfliche. Die Ruhe. Das Unaufgeregte. Aber ich schätze auch die Kontakte, die in den drei Jahren, die ich nur fünf Kilometer entfernt gelebt habe, entstanden sind. Vielleicht wäre Lenzen zu weit weg. Vielleicht sollte ich bei meiner Suche in Havelberg bleiben. Und auf die freundliche Frau von den Stadtwerken setzen.
Als ich gerade dabei war, mit dem Hund das Grundstück zu verlassen, kam die jüngere der beiden Frauen, mit denen ich gestern Abend auf mein Wohl, das neue Lebensjahr und den Weltfrieden angestoßen habe, nach Hause. Ich fragte nach der Fortbildung und ob sie auch noch getöpfert hat. Darüber hatten wir gestern Abend gesprochen, als wir wie die drei Damen vom Grill nebeneinander in der Hollywoodschaukel saßen und vom Höcksken aufs Stöcksken kamen. Bei alkoholfreiem Bier, Wein und Chips.
„Hattest du heute Morgen einen Kater?“
Ich war ein wenig verdattert. Wir beide hatten uns die Flasche Wein geteilt. Und ja, mir war komisch heute Morgen. Ihr nicht. Kein Wunder, sie ist noch keine vierzig. Aber müssen wir darüber so laut reden? Da können wir auch gleich einen Aushang an der Kirche machen. Und dann musste ich über mich selbst lachen.