Trübe und sonnige Tage wechseln sich ab

Erstaunlicherweise gleicht das Geschehen im Außen mal wieder dem im Inneren. Glück sieht anders aus, denke ich mir. Das werden sich Menschen, die mir begegnen, vielleicht auch denken. Andererseits: Wer denkt sich schon was, wenn er eine alte Frau trifft? Da findet eher das Tier Beachtung. Wie alt? Junge oder Mädchen? Die ist aber lieb/süß/wild/unterkuschelt/was auch immer.

Ich weiß nicht genau, warum ich mich im Moment so fühle, wie ich mich fühle. Aber ich habe eine Ahnung. Vor größeren Ereignissen – gerade vor solchen, auf die ich mich freu – überfällt mich manchmal eine große Verzagtheit. Wenn dann noch der Körper zwickt und zwackt, frage ich mich, ob ich das Neue – in diesem Fall meinen Umzug – überhaupt erleben werde. Man wird ja manchmal so schnell und unverhofft abberufen.

Außerdem mache ich mir Sorgen, es könnte mit dem Mietauto nicht klappen oder ich könnte meine Helfer überfordern. Dann greift ein altes Muster. Ich will das alles nicht spüren. Nicht die Schmerzen. Nicht die Ängste oder Sorgen. Die sollen sich alle sonstwohin. Bis mir einfällt, dass dies der falsche Weg ist, dass mich das Sträuben nur immer weiter in die Negativität bringt, Himmel. Atme. Spüre. Lass das Bewerten sein, mein Hase.

Vorgestern Nachmittag waren wir fast zwei Stunden im Wald. Im Hundeauslauf. Da war nicht nur das Fräulein sehr glücklich, auch mir ging es gut. Sie tobte nacheinander mit acht Hunden (ich habe einen Hang zu Statistiken, das ist eine Art Automatismus), nahm von bestimmt doppelt so vielen Geruchsproben, und von mir dachte ich später, dass ich doch recht häufig gelächelt hätte.

Wald tut mir gut. Vor allem ein Laub- oder Mischwald. Reine Tannenwälder haben eine andere Wirkung. In einem Tannenwald muss Wilhelm Hauff sein Märchen Das kalte Herz eingefallen sein. Im Hundeauslauf gibt es überwiegend Laubbäume. Wenn ich mich dann auf den würzigen Duft konzentriere, auf das Licht zwischen den Bäumen, wenn ich den unterschiedlichen Geräuschen lausche, dann wird es auch in mir heller. Deswegen gehen wir auch heute wieder dorthin. Und weil es mich freut, wenn mein Fräulein sich freut.

2 Gedanken zu „Trübe und sonnige Tage wechseln sich ab“

  1. Das is ja normal, dass du jetzt ein bisschen aufgeregt bist vor dem Umzug. Den Löffel wirst du bestimmt nicht vorher abgeben, aber selbst wenn, dann könnte es dir ja auh egal sein. Das mit dem Wals verstehe ich. Jetzt im kommenden Winter erstarrt der Wald ja und stahlt nahch meiner Erfahrung nicht mehr das gleiche ab, wie im Frühling und Sommer.

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