Kein Waldtrödeln, kein Hundetoben, kein Spazierenrennen

Das muss für das Fräulein die größte Gemeinheit überhaupt sein. Sie tut mir leid. Im Moment schläft sie allerdings. Die Augen sind ihr zugefallen, als sie noch ihr Spielzeug in der Schnauze hatte. Vielleicht eine Nebenwirkung der Schmerztablette, die ich ihr mit einem Stück von der leckeren Hundewurst untergejubelt habe.

Seit gestern humpelt sie. Nicht nur ein bisschen, wie ich das schon einmal im Sommer beobachtet habe. Jetzt ist das etwas anderes. Ich habe den Hinterlauf untersucht, die Pfote, habe aber nichts sehen oder tasten können. Auch der Hausmann, mit dem wir uns am See getroffen hatten – er war natürlich wieder im See – hat nichts entdeckt. Vier Augen sehen ja manchmal mehr als zwei. Als sie heute Morgen immer mal wieder auf nur drei Beinen lief, war mir klar, dass Handlungsbedarf besteht.

Die nette Tierärztin hat Tabletten und Ruhe verordnet. Drei- oder viermal am Tag sind fünfzehn Minuten Spaziergang an der Leine erlaubt. Und auch wenn es ihr morgen schon besser gehen sollte, weil die Schmerztabletten wirken, gilt bis auf Weiteres ein Tobeverbot. Längere Gänge sollen vermieden werden, da der Verdacht auf eine Kreuzbanderkrankung besteht. Das soll nächste Woche ein Hundeorthopäde abklären.

Und ich hatte tatsächlich überlegt, ob es sich bei dem Humpeln des Fräuleins um eine Form von Übertragung handeln könnte, um einen eingebildeten Fersensporn vielleicht? Wenn die Tante humpelt – zu Hause, beim Anlaufen und nach zwei Stunden auch wieder – dann humple ich ebenso. So etwas soll es geben. Selbstverständlich habe ich diese Gedanken für mich behalten.

3 Gedanken zu „Kein Waldtrödeln, kein Hundetoben, kein Spazierenrennen“

  1. Das verstehe ich, unser Hund, der als English Setter vom Wesen her lebhaft ist hat Probleme mit dem Rücken, Artritis oder sowas. Er bekommt regelmäßig Physiotherapie. Für ihn glit auch strenges Tobenverbot. Das klappt mal besser aber mal auch nicht. Da ist man immer mit einem Radar unterwegs, um zu sehen wo ein Partner zum Toben sich nähert, so dass man dem aus dem Weg gehen kann. zum Glück spürt er das selbst und ist mit jedem Umweg einverstanden.

    1. Wow. Ein einsichtiger Hund. Den würde ich ja gern kennenlernen. Ich musste erstmal nachschauen, wie ein English Setter überhaupt aussieht. Bildschön! Einen ausgeprägten Jagdtrieb hat er, wie ich gelesen habe. Und dann Rücken…das ist gemein.

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