Auf der Wäscheleine schaukeln Laken und Tücher in der Sonne.

Die Lieferung der Waschmaschine verzögert sich, also versuche ich der Muffigkeit mit Lüften beizukommen. Leider hat es im Keller in Havelberg einen Wasserschaden gegeben. Dort lagerte ja der größte Teil meiner bisherigen Besitztümer, die sich in der letzten Woche doch ein wenig vergrößert haben.

Eine Kiste Bücher kann in die Tonne, Handtücher und Wäsche können vielleicht durch Waschen oder Lüften gerettet werden. Schade. Aber was soll es. Dat kümmt, as dat kümmt, wie ein Eingeborener vielleicht sagen würde.

Sonst ist bisher ja alles gut gegangen. Seit vorgestern bin ich auch offiziell eine Lenzerin, mach mir hier aber nicht den Lenz, denn zu besorgen bzw. zu tun gab es noch einiges. Ein Schuhregal sollte zusammengesteckt werden, was bei mir allerdings zu ähnlichen Reaktionen führte wie bei dem rosa Stoffschrank. Falls ich im Netz ein Tutorial finde, nehme ich einen neuen Anlauf.

Wie ich die Türhaken benutzen kann, habe ich ganz allein durch Versuch und Irrtum herausgefunden. Hat allerdings zwei Tage gedauert. Und da ich einen Nagel gefunden habe, der in ein bereits vorhandenes Loch passte, hängt in meinem leicht rosa angehauchten Schlafzimmer seit gestern ein großes Schwarz-Weiß-Foto an der Wand. Es entstand im Januar 1990, kurz nach der Öffnung der Mauer, und zeigt einen DDR-Grenzpolizisten und zwei Menschen, die in einem Stadtführer blättern. Etwas tiefer wäre besser, aber das Werkzeug ist ja in Berlin, und wegen solcher Kleinigkeiten möchte ich den freundlichen Nachbarn nicht fragen.

Seit gestern gibt es auch WLAN. Nicht ganz unwichtig. Sie hatten einen netten Mann geschickt, der meine gut gemeinten Angebote jeweils ausgeschlagen hatte. Kaffee trinke er nicht. Tee wolle er nicht, auch kein Wasser. Während des Messvorgangs sitzen wollte er ebenfalls nicht. Bitte. Dann machen Sie doch, was Sie wollen. Das entlockte ihm zumindest ein Lächeln.

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