Der Garten ist ein Stück anarchisches Grün in der Stadt.

Vor allem der Giersch hat sich breit gemacht, ist in die Höhe geschossen. Die Wege, die ich vor meinem Bayernausflug noch so schön sauber gemacht hatte – welche Wege? Sieht aber gut aus, so insgesamt. Grün in den verschiedensten Schattierungen.

Der erste Salat kann geerntet werden, auch Radieschen hatte der Freund ausgesät. Obwohl sie klein sind, kann ich sie nicht essen. Zu hart. Aber ich habe heute überraschend einen Zahnarzttermin bekommen, vielleicht bin ich danach obenrum wieder Mensch. Ein Mensch, der kauen kann.

Ich habe zwei Nächte hintereinander durchgeschlafen. Das erste Mal seit Wochen! Ein gutes Zeichen? Oder normal nach einer langen Phase schwieriger Nächte. Jetzt, wo ich hier bin, freue ich mich plötzlich. Dabei war ich gar nicht begeistert, wieder zurück nach Berlin zu fahren. Ich wäre gern geblieben. Hätte mich gern weiter im Berchtesgadener Land umgesehen, wäre gern noch einige Male an den Thumsee gefahren, hätte gern noch einmal mit Burgblick in der Paracelsus Therme in Salzburg geschwitzt. Aber so ist es ja oft. Wenn ich heimfahren soll, will ich bleiben.

Heim. Nach Hause. Vielleicht hatte meine innere Abwehr auch mit der Gesamtsituation zu tun. Ich habe kein Zuhause. Oder nur ein vorübergehendes in unserer – zugegeben sehr netten – Dreier-Wg. Was ich ja selbst so entschieden habe. Nun befinde ich mich in einer Art Zwischenreich. Meine Sachen sind in Sachsen-Anhalt, in Berlin, ein paar jetzt auch in Bayern. Aber wo soll ich hin? Wo willst du mich haben?

Manchmal finde ich es gar nicht so einfach, in der Frage zu leben. Es auszuhalten, keine Antwort zu haben, „es“ nicht zu wissen. Und manchmal gefällt mir der Zustand. Ich kann hierhin oder dorthin. Geh, wohin dein Herz dich trägt. Mein Herz schweigt. Schön ruhig allerdings. Keine Aufwallungen.

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