Mit dem zweiten Kaffee setze ich mich an den Giebel.

Auf dem Kopf den schönen Mayser-Hut, den ich mir vor zwei Jahren Second Hand in Würzburg gekauft habe. Ein Schnäppchen (wusste ich damals aber noch nicht).  Der ist nicht nur sehr gut bei Regen, seine Krempe schützt beim Schreiben und Lesen vor der Sonne.

Heute Morgen bin ich ausgesprochen heiter. Manchmal gelingt es mir – vor allem, wenn ich satt bin -, die Tatsache auszublenden, dass nicht nur die Mahlzeiten in den nächsten Tagen weiterhin püriert werden müssen, sondern dass die aus dem Unterkiefer herausragenden Knochenstücke mit Betäubung abgeschliffen werden müssen, bevor die Prothese richtig eingesetzt werden kann. Dann bin ich still vergnügt und genieße die Sonne, den Geruch nach Frühling, die vielen gelben und weißen Tupfen im Garten.

Noch zwanzig Tage. Dann Abflug hier. Gestern habe ich noch einmal in Havelberg angerufen, da mir die Hochparterre-Wohnung nicht aus dem Kopf gegangen war. Vielleicht wäre sie ja doch was für mich? Wäre sie – aber nicht mit einem Dreijahresvertrag. So lange möchte ich mich nicht festlegen.

Also vertraue ich weiter darauf, dass sich zur rechten Zeit alles finden wird. Und wenn es einzelne Zimmer, Wohnungen oder Häuser sind, die sich für eine – kürzere oder längere – Weile über eine Bewohnerin freuen würden. Aus Bayern hörte ich so etwas. Vielleicht ergeben sich auch ganz andere Möglichkeiten, die ich bis jetzt noch gar nicht auf dem Schirm habe. Fürs erste sollte ich allerdings die Möglichkeit nutzen, mich weiterer warmer Kleidungsstücke zu entledigen. Om. Amen. Howgh…

2 Gedanken zu „Mit dem zweiten Kaffee setze ich mich an den Giebel.“

    1. Oh…das sind tatsächlich Unterschiede in der Bewertung. Wenn ich etwas probieren will, dann sind drei Jahre lang. Wenn ich etwas sicher weiß, dann vielleicht nicht. Oder: Frag mich in zehn Jahren mal. Wie auch immer: Ich mag Deinen Humor.

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