Der Hausmann hat gestern noch einmal Rhabarberkuchen gebacken – genauso köstlich wie der vom Ostersonntag. Diesmal haben wir den netten Nachbarn von gegenüber eingeladen. Der Mopedfahrer will sein Stück verspeisen, wenn er vom Reparieren zurück ist, so lange möchte ich nicht warten. Ich wundere mich sowieso, dass die drei Stücke bis jetzt überlebt haben.
Die Termine für die nächsten Monate stehen weitgehend fest. Bayern. Berlin. Schweden vielleicht. Prignitz. Unterfranken. Häuser, Hunde, Hühner, Gärten. So richtig passen würde es mir nicht, wenn es jetzt schon mit der Wohnung in Havelberg klappt. Falls hier jemand von den Zuständigen mitliest – gern ab September!
Im Keller ackert die Waschmaschine. Hoffentlich springt sie nicht von ihrem Sockel, jetzt wo der Freund das Haus verlassen hat. Das ist schon einmal passiert, irgendetwas ist mit der Trommel nicht in Ordnung. Und wenn der Freund das nicht reparieren kann, dann lässt es sich nicht reparieren. Wir brauchen demnächst ein neues Gerät.
Da der Hausmann in Rufnähe gerade das Bad putzt, frage ich ihn, ob er weiß, wo man das Wasser abstellt. Ich hatte noch keine Einweisung. Er weiß es auch nicht, aber seine männliche Logik sagt ihm, dass er im Falle eines Falles das Rohr zurückverfolgen würde. Dann fällt ihm ein, dass eine Waschmaschine einen eigenen Wasseranschluss hat. Das hätte mir meine weibliche Logik auch flüstern können.
Die flüstert mir jetzt etwas anderes zu. Zum Espressokocher soll ich gehen. Meinen Anteil auf einen Teller legen soll ich…
Eine Waschmaschine, die vom Sockel zu springen drohte, hatten wir zuletzt als ich noch ein Kind war (vor über 60 Jahren!) Jedes mal, wenn sie sich anschickte zu schleudern, rannten meine Oma und ich hin, um uns mit unserem ganzen Gewicht auf sie zu stützen. – Danke für die Erinnerung!
Oh! Du warst sozusagen privilegiert. Ich habe die Windeln meines Sohnes – späte Siebziger, Ost-Berlin – noch in einem großen Topf auf dem Herd gekocht. Die erste Waschmaschine hatte ich Anfang der 80er, nachdem ich in den Westen übergesiedelt war. Gerade fällt mir ein Sketch mit Matta und Lisbett (Misfits) ein…
Stimmt. Streckenweise war ich privilegiert. Als Kind hatte ich das Gefühl, wir wären reich (obwohl wir es nicht wirklich waren). Die Erfahrung, alles andere als reich zu sein, habe ich später aber auch gemacht. Man muss ja alles mal ausprobiert haben. Die Windeln meiner zweiten Tochter habe ich auch im Kessel gekocht.