Ist es ruhig. Viel mehr als die Geräusche, die der Zug macht, ist nicht zu hören. Während ich noch darüber nachsinne, ob es wohl ein Kaffee oder Cappuccino bis zu mir schafft – mein reservierter Platz im Ruhebereich ist im ersten Wagen – sehe ich den Mann in der roten Weste mit dem Tablett. Mein Sehnen wurde erhört. Gerne einen Schokoriegel. Können Sie mir den pürieren? Denke ich natürlich nur.
Obwohl ich gestern bei der Zahnärztin war, hat sich an der Nahrungsaufnahme nichts geändert. Der Kieferkamm rechts ist entzündet. Was gestern in der Praxis besser schien, ist heute genauso wie vorher. Genauso schmerzhaft. Soll das wirklich die nächsten Wochen so weitergehen? Vielleicht finde ich in Bayern jemanden, der sich auf Prothesen versteht.
Meine Sitznachbarin schläft. Das junge Paar auf der anderen Seite des Ganges sitzt eng beieinander. Vorhin hatte sie um ihren leise schluchzenden Freund schützend die Arme gelegt.
Der Mann von schräg gegenüber sieht so aus, als würde er seiner Partnerin gerade etwas sehr Liebes sagen. Sie lächelt, er stupst sie auf die Nase.
Draußen grüne Wiesen, bewaldete Hügel, in einiger Entfernung Berge. Auch in Oberbayern sind noch alle Berge da, schrieb mir gestern die ehemalige Nachbarin, die mich später in Freilassing abholen und mir mein Zuhause auf Zeit zeigen wird. Ich bin gespannt.
Und erschöpft. Müde. Dazu ein Schmerzschub, wie ich lange keinen hatte. Die letzten Wochen, Monate haben mir zugesetzt. Vielleicht falle ich in Bayern in eine Art Dornröschenschlaf. Aus dem ein Zahntechniker mich dann befreien soll. Amen. Om. Howgh.