dazu das diffuse Licht – der Regen hatte sich schon heute Morgen angekündigt. Das prognostizierte Gewitter war bis in den späteren Nachmittag hinein allerdings ausgeblieben. Ich war trotzdem froh, nicht mit dem Rad, sondern mit der Regio zu meinem Termin gefahren zu sein. Erst als ich wieder zu Hause war und meine Tasche ausgepackt hatte, ging der Wolkenbruch nieder, blitzte und donnerte es.
Meine Idee heute war, mit C., der ich ein paar Stunden Gesellschaft geleistet habe, einen Kuchen zu backen. Sie mag Kuchen, warum also keine gemeinsame Aktion daraus machen? Alltagsnahe Aktivitäten können helfen, vorhandene Fähigkeiten zu erhalten, habe ich in einem Artikel zum Thema Demenz gelesen. Allerdings ergibt das nur Sinn, wenn jemand früher gern gebacken hat. Das war hier nicht der Fall.
C. hat weder gern gebacken noch gern gekocht. Zeit hatte sie auch keine, sie hat immer gearbeitet. Ihre Mutter dagegen konnte beides, und da sie mit im Haus lebte, musste C. sich darum nicht kümmern. Die Mutter wäre so gern Köchin geworden, aber als eines von neun Kindern auf einem Bauernhof war das unmöglich. Diese Geschichte kannte ich bereits. So wie ich einige Geschichten schon kenne. Noch bin ich ganz relaxt und höre sie mir auch zum zwanzigsten Mal an.
Ich habe also allein gebacken. Macht ja nichts. (Und siehe: Mein erster Rhabarber-Baiser-Kuchen war so lecker, ich hätte mich hineinsetzen können. Ist doch schön, wenn ich nicht so abhängig vom Hausmann bin.) Die Spülmaschine räumte C. dafür alleine aus, das ist ihre Aufgabe. Es schmerzte mich zu sehen, wie sie in ihrer Erinnerung nach den Orten für die verschiedenen Dinge suchte. Da hilft nur wegschauen und machen lassen. Was die Saupreußen betrifft, werde ich meine Toleranzgrenze allerdings noch einmal überprüfen.