In Zwischenräumen tauchen manchmal Wünsche auf.

Neue oder alte. In diesen Phasen, in denen etwas zu Ende gegangen ist und das Neue noch nicht begonnen hat. Das gilt nicht nur für die Arbeit an Texten. Manchmal taucht während solcher Überlegungen sogar ein Fuchs im Garten auf.

In den vergangenen sechs Monaten habe ich drei Texte überarbeitet. Ich habe sie in Häppchen aufbereitet und veröffentliche sie hier nach. Als ich damit fertig war, habe ich 652 Blogtexte von Blogger nach WordPress übertragen. Text für Text. Die Jahre 2023 bis 2025. Vor drei Tagen war auch diese Arbeit beendet.

Gleichzeitig habe ich den Ort verlassen, an dem ich diese Texte geschrieben. Den Ort, an dem ich in diesen drei Jahren gelebt habe. Das Dorf mit dem Wald hinter der Gartentür, der Wiese vor meinem Fenster, den Deichen, den Kranichen und der Stille.

Wo werde ich künftig leben? Oder bleibe ich in Berlin, in der WG, in dem schönen alten Haus mit den beiden Freunden?

Etwas in mir sehnt sich nach der Weite, die ich verlassen habe, nach der Stille. Beides könnte ich – so wie ich das Anfang des Jahres geplant hatte – zwischen Havel und Elbe finden. Aber natürlich gibt es das auch an anderen Orten. Im Klützer Winkel zum Beispiel.

Seit ich ihn Ende der Neunzigerjahre für mich entdeckt habe, bin ich bestimmt zwanzigmal dort gewesen. Anfangs, um mit Satyananda zu meditieren, später, weil ich die kleinen, unspektakulären Dörfer mit ihren Stockrosen in den Gärten liebte, die sanften Hügel, die Wiesen und Felder, die alten Gutshäuser.

Erstaunlicherweise erinnerte ich mich gestern, als ich ein paar Ideen für neue Texte notieren wollte, ausgerechnet an den Klützer Winkel. Während ich darüber nachdachte, wo die alte Frau mit ihrem Hund leben könnte – ihr ist im Wald ein toter Soldat begegnet – tauchte dieser Landstrich plötzlich vor mir auf. Und mit ihm das Haus, das ich mir in meinem zweiten Roman herbeifantasiert hatte – jenem Roman, der leider zu großen Teilen verloren gegangen ist.

Mit dem Haus und der Landschaft waren auch die alten Träume wieder da. Die alte Sehnsucht. Ein schöner Schmerz.

Zwei Stunden später hatte ich mein Interesse an einer Wohnung bekundet. Wenn es sein soll, werde ich eine Antwort erhalten.

Vielleicht sollte ich meinen Sachen, die bereits im Keller der Freundin in Havelberg wohnen, ein paar beruhigende Gedanken schicken: Macht euch keine Sorgen. Ihr müsst dort nicht bleiben. Wir kommen wieder zusammen. Ich weiß nur noch nicht, wo.

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