Als ich endlich zu Hause bin,

begrüße ich kurz die drei Herren, die in einer ausgehobenen Grube stehen. Mit Schaufeln in der Hand gestikulieren und diskutieren sie. Da muss ich nicht groß herumraten. Sie haben an dem Leck im Wasserrohr gearbeitet, das vom Haus in den Garten führt und an dem nicht nur die Gartendusche hängt, sondern auch der Wasserhahn, an den der Schlauch zum Bewässern der Beete angeschlossen wird.

Mir ist kalt, ich bin nass, sämtliche Knochen tun mir weh. Ich koche mir Kaffee und verschwinde in meinem Zimmer. Dort lasse ich den Ausflug vor meinem inneren Auge noch einmal Revue passieren. Die Massage, die Gespräche mit der Freundin, das gute Essen.

Das Schönste war der Ausflug an die Elbe. Diese große, weite Landschaft. Der Weg auf dem Deich, der aufgewühlte Fluss, die dunklen Wolkengebilde am Himmel, die Heuballen auf den Wiesen, der heftige Wind, der an unseren Kleidern zerrte, der Duft von Gräsern und Kräutern – ich hatte das Gefühl, mal wieder abheben zu können.

Etwas bemächtigte sich meiner, würde ich sagen. Ein großes Ja. Das ist meine Landschaft. Eine Landschaft, wie ich sie in Ansätzen aus der Ostprignitz kenne, in der ich die letzten drei Jahre gelebt habe. Nur hatte ich dort nie einen großen Fluss in der Nähe. Es gab Wiesen, Deiche, aber alles war kleiner.

Auf der Heimfahrt war der Zug so voll, dass ich Mühe hatte, einen Platz zu finden. Doch dann machten im Oberdeck fünf junge Frauen lachend und scherzend einen für mich frei. Dem Aussehen nach kamen sie aus Indien, vielleicht aus Pakistan. Sie waren so nett miteinander, so heiter, dass ich mich sofort wohl in ihrer Runde fühlte. Immer wenn sich unsere Blicke trafen, wurde ich breit angelächelt.

Als sie ausstiegen, gingen sie nacheinander an mir vorbei. Jede einzelne sagte strahlend, wirklich strahlend: „Goodbye. Have a nice day.“ Und ich war kurz davor, ihnen meine Karte zu geben und zu sagen: Kommt mich doch alle einmal in Berlin besuchen. Ich backe einen Kuchen.

Aber: Isch abe gar keine Karte.

2 Gedanken zu „Als ich endlich zu Hause bin,“

  1. Ach, schade. Für den Besuch von fünf so freundlichen Damen hätte ich gerne geholfen beim Kuchen backen.

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