Die Wärme gestern hat mich ganz wuschig gemacht.

Auch die Obdachlosen, die inzwischen auf Luftmatratzen oder einer einfachen Decke neben dem Rathaus liegen, haben mich irritiert. Und geärgert. Es sind so viele geworden. Dabei wäre nicht viel Geld nötig, um ihnen ein menschenwürdiges Wohnen zu ermöglichen. Sagt man nicht, dass sich der Zustand einer Gesellschaft daran ablesen lässt, wie sie mit ihren schwächsten Gliedern umgeht?

Es war warm, und schlecht bis gar nicht geschlafen hatte ich auch. So wie immer, wenn ich morgens einen Termin in der Stadt habe. Dann wurde auch noch meine Hoffnung auf die endgültige Klärung der Prothesenfrage enttäuscht. Das war gestern nur die Anprobe. Fertig sind die Dinger in zwei Wochen. Aber nun warte ich schon so lange, da werde ich die zwei Wochen auch noch aushalten.

Die Spinne vor meinem Fenster ist mit ihrer Arbeit fertig. Ich habe sie seit gestern Abend immer mal wieder beobachtet. Der gefangene Käfer ist eingesponnen. Wie ein winziges Pendel hängt er an einem unsichtbaren Faden. Kein einziges Beinchen ist mehr zu sehen. Alles ist gut verpackt. Die Spinne ist fertig. So am I.

Allerdings habe ich eher ein Potemkinsches Dorf errichtet. Oberflächlich sieht das Gästezimmer ganz passabel aus. Das Bett ist frisch bezogen, gesaugt habe ich auch und dabei die Spinnweben entfernt, die ich entdecken konnte. Ich sehe nicht mehr so gut. Sollte die Freundin in die Ecken schauen, dann wäre ich raus. Aber egal.

Der Käsekuchen ist mir gelungen, die italienischen Hackbällchen, die ich gestern schon gemacht habe, finde ich lecker. Allerdings habe ich vergessen, ein paar Details abzufragen. Ihre Devise: Kein Obst im Kuchen, kenne ich. Aber wie sieht es mit Oliven und Kapern in einer Tomatensoße aus? Dürfen die da sein?

2 Gedanken zu „Die Wärme gestern hat mich ganz wuschig gemacht.“

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