Kaum zu glauben.

Ich musste mir etwas überziehen. Mir ist kalt. Gestern war es doch noch so warm.

Der Nachbar kam, um nach dem Rechten zu sehen. Ob auch alles in Ordnung sei mit mir, jetzt, wo ich alleine bin. Rührend. Eigentlich hätte ich eher bei ihm nach dem Rechten sehen wollen. Immerhin weiß ich, dass er in letzter Zeit einige Male einfach so umgekippt ist. In einer Woche bekommt er deshalb einen Herzschrittmacher. „Kaum zu glauben.“ weiterlesen

Meine Reise mit Goloka (6) – Aus dem Langzeitprotokoll 2016 – 2020

Nach einem weiteren Tag frage ich den Kroaten, ob ich das für die Fortbildung notwendige Praktikum nicht bei ihm machen könnte. Wenn diese Arbeit Menschen mit ihren inneren Ressourcen in Kontakt bringt, wenn sie Menschen mit Depressionen, Traumata, Menschen wie mich also, dabei hilft, das Erlebte zu transformieren – auch wenn dies eher ein unbewusster Prozess ist, denn wir machen ja keine Therapie in dieser Fortbildung –, dann möchte ich das an andere weitergeben. „Meine Reise mit Goloka (6) – Aus dem Langzeitprotokoll 2016 – 2020“ weiterlesen

Frau Amsel hüpft auf dem braunen Boden – Erde, verdorrtes Gras – neben der Vogeltränke herum.

Hömma meine Kleine. Eine kurze Anstrengung, schon könntest du ein Bad nehmen. Ich habe den Behälter saubergemacht und mit frischem Regenwasser aufgefüllt. Davon gibt es im Moment reichlich. Die Tonne unter dem Abflussrohr ist übergelaufen, in die schwarze Wanne hinein, die ebenfalls übergelaufen ist. „Frau Amsel hüpft auf dem braunen Boden – Erde, verdorrtes Gras – neben der Vogeltränke herum.“ weiterlesen

Meine Reise mit Goloka (5) – Aus dem Langzeitprotokoll 2016 – 2020

Goloka hat mir eine Übung vorgeschlagen. Es wäre an der Zeit, die Laube endgültig zu verlassen. Und deswegen gehe ich in meiner Fantasie an drei Abenden hintereinander kurz vor dem Einschlafen noch einmal nach Buchholz. „Meine Reise mit Goloka (5) – Aus dem Langzeitprotokoll 2016 – 2020“ weiterlesen

Eine Taube landet auf einem der Arme der Lärche.

Sie wippt kurz auf und ab, bevor sie sich einen anderen Platz sucht. Natürlich hat die Lärche keine Arme. Aber dieser große Baum sieht aus wie ein langer, dünner Ritter, dessen Extremitäten herumschlackern.  Er erinnert mich an einen Birnbaum in einem anderen Garten. Auch in ihm haben wir eine Gestalt erkannt. „Eine Taube landet auf einem der Arme der Lärche.“ weiterlesen

Meine Reise mit Goloka (4) – Aus dem Langzeitprotokoll 2016 – 2020

Die Nächte bleiben unangenehm. Meine Schuldgefühle halten mich wach. Es wird immer dasselbe Thema verhandelt. Ich habe es schon wieder getan. Habe mich auf etwas eingelassen, und nun will ich das plötzlich nicht mehr. Das ist in meinem System nicht vorgesehen. Wenn ich einmal Ja gesagt habe, dann muss ich immer weiter zu diesem Ja stehen, auch wenn daraus längst ein Nein geworden ist. „Meine Reise mit Goloka (4) – Aus dem Langzeitprotokoll 2016 – 2020“ weiterlesen

Am Morgen Blitz und Donner, jetzt ein leiser Landregen.

Mag ich. Auch die Abkühlung gefällt mir. Obwohl es gestern längst nicht mehr so heiß wie vorgestern war, fühlte ich mich wie aus der Spur geraten. Die zwei selbst gemachten Eisvarianten – Brombeersahne vom Moppedfahrer, Mangosahne von mir – sorgten zwar für etwas Erleichterung, aber viel mehr als ein Herumlungern in der Hollywoodschaukel habe ich nicht geschafft. „Am Morgen Blitz und Donner, jetzt ein leiser Landregen.“ weiterlesen

Meine Reise mit Goloka (3) – Aus dem Langzeitprotokoll 2016 – 2020

In den Tagen darauf fühle ich mich eigenartig. Als hätte ich ein Aufputschmittel genommen. Ich hüte immer noch das Haus mit dem Hund und der Katze, aber meine Gefühlswelt hat sich verändert. Bisher waren die Hundespaziergänge etwas, das eben getan werden musste. Nun ist das anders. „Meine Reise mit Goloka (3) – Aus dem Langzeitprotokoll 2016 – 2020“ weiterlesen

Heute Morgen war es in der Hollywoodschaukel noch angenehm frisch.

Zwei Stunden später wechsle ich in den Schatten unter die Haselnuss. Der Moppedfahrer setzt sich an den Tisch neben mich und bearbeitet mit dem Akkuschleifer kleine Sägeblätter. Im übernächsten Garten wird mit einem Elektrohobel gearbeitet. Von der Straße höre ich Motoren. Von McDonald’s rauscht die Lüftung zu uns herüber. Ganz großstädtisch eben. „Heute Morgen war es in der Hollywoodschaukel noch angenehm frisch.“ weiterlesen

Meine Reise mit Goloka (2) – Aus dem Langzeitprotokoll 2016 – 2020

Bei unserem ersten Treffen hole ich Goloka am S-Bahnhof Mexikoplatz ab. Da ich gerade in der Nachbarschaft Haus, Hund und Katze hüte – ich mache das häufiger, wenn die Eigentümer verreist sind –, habe ich den Golden Retriever dabei. „Meine Reise mit Goloka (2) – Aus dem Langzeitprotokoll 2016 – 2020“ weiterlesen