Im Obergeschoss trudelt der Wäschetrockner.

Der Rucksack ist gepackt, Dinge wurden hin- und hergeräumt. Das Fräulein hat sich zurückgezogen. Sie weiß, dass hier etwas im Busch ist. Bevor ich mich verabschiede, werden wir allerdings noch einen Spaziergang machen. Vielleicht treffen wir endlich mal jemanden auf dem Bolzplatz, damit sie ein wenig toben kann. „Im Obergeschoss trudelt der Wäschetrockner.“ weiterlesen

Weil mir die Leberwurst nicht aus dem Kopf gegangen ist,

bin ich schon heute Morgen mit dem Fräulein eine größere Runde gelaufen. Hin zum See, an dem wir gestern so schön mit dem Hausmann in der Sonne saßen – das Fräulein gern mitten auf den Wegen -, um dann pünktlich beim Regionalladen zu sein, der um zehn öffnet. Wie ich vermutet habe, ist das Angebot an würziger Wurscht interessant. „Weil mir die Leberwurst nicht aus dem Kopf gegangen ist,“ weiterlesen

Das Fräulein beobachtet mein Treiben.

Wenn sich die Tante die Schuhe auszieht, ist das ein gutes Zeichen. Sie bleibt bei mir. Leider nein, Schätzekin. Die Tante muss noch einmal zum Zahnarzt. Zu dem jungen, überaus attraktiven. Den ich nach der zweiten OP – ich war erleichtert, weil es endlich vorbei war – gefragt habe, ob er mein Schwiegersohn werden möchte. „Das Fräulein beobachtet mein Treiben.“ weiterlesen

Angeblich strahle ich.

Das kann ich nicht beurteilen, aber ich habe tatsächlich eine Hürde genommen. Bzw. meine Zahnärztin nahm sie. Sie bearbeitete die Prothese so, dass links oben nichts mehr scheuert und schmerzt. Selbst beim Sprechen tat es mir ja weh. Und nun frohlocke ich: Passt, wackelt und hat Luft. Geradezu perfekt im Vergleich zu den letzten Tagen. „Angeblich strahle ich.“ weiterlesen

Ein Freund schrieb mir heute,

er würde nach diesen heftigen Verliebtheitsgefühlen langsam wieder bei sich selbst ankommen. Und wie sieht es bei mir aus? Bin ich wieder ich selbst, wieder bei mir?

Die Frau, die mir aus dem Spiegel entgegenblickt, ist älter als die, die ich kannte. Mit den Wangen stimmt etwas nicht. Gestern habe ich in einem Telefonat noch von rosigen Hamsterbacken gesprochen. Von einem Gesicht, dem der Halt fehlt. Da die untere Prothese noch nicht eingesetzt werden konnte, stimmen die Proportionen nicht. „Ein Freund schrieb mir heute,“ weiterlesen

Der Morgen ist grau. Ich bin noch da. Danke an alle Zuständigen.

Ich schwanke zum Fenster, öffne es, das Thermometer zeigt – 5 Grad. Guten Morgen ihr Schnuckies, rufe ich wie täglich den Vögeln zu. Der Kater antwortet. Was machst du denn hier? Ich warte auf dich. Lass mich rein. Schon ist er verschwunden, ein paar Sekunden später höre ich ihn unten vor meiner Tür schreien. Diese Penetranz am frühen Morgen kann ich überhaupt nicht leiden. „Der Morgen ist grau. Ich bin noch da. Danke an alle Zuständigen.“ weiterlesen