Kein Wunder, wenn ich mir für sechs den Wecker gestellt habe, weil ich mich kurz vor acht auf mein Rad schwingen muss. Es ist eisig heute Morgen. Die Wiesen sind weiß vom Frost, die Kühe stehen da wie eingefroren. Doch halt. Da bewegt sich eine. Sie leckt ihrem Kalb den Kopf. „Wach um vier“ weiterlesen
Kategorie: Alltag
Ein Star flattert um die Knödel herum,
landet aber nicht. Ein Späher vielleicht. Im Garten liegt eine tote Blaumeise. Sie sieht etwas zerrupft aus. Ich hatte ja sofort den Kater im Verdacht. Aber vielleicht ist sie wirklich „nur“ gegen Hausmanns Fenster geflogen. „Ein Star flattert um die Knödel herum,“ weiterlesen
Im Obergeschoss trudelt der Wäschetrockner.
Der Rucksack ist gepackt, Dinge wurden hin- und hergeräumt. Das Fräulein hat sich zurückgezogen. Sie weiß, dass hier etwas im Busch ist. Bevor ich mich verabschiede, werden wir allerdings noch einen Spaziergang machen. Vielleicht treffen wir endlich mal jemanden auf dem Bolzplatz, damit sie ein wenig toben kann. „Im Obergeschoss trudelt der Wäschetrockner.“ weiterlesen
Weil mir die Leberwurst nicht aus dem Kopf gegangen ist,
bin ich schon heute Morgen mit dem Fräulein eine größere Runde gelaufen. Hin zum See, an dem wir gestern so schön mit dem Hausmann in der Sonne saßen – das Fräulein gern mitten auf den Wegen -, um dann pünktlich beim Regionalladen zu sein, der um zehn öffnet. Wie ich vermutet habe, ist das Angebot an würziger Wurscht interessant. „Weil mir die Leberwurst nicht aus dem Kopf gegangen ist,“ weiterlesen
Das Fräulein beobachtet mein Treiben.
Wenn sich die Tante die Schuhe auszieht, ist das ein gutes Zeichen. Sie bleibt bei mir. Leider nein, Schätzekin. Die Tante muss noch einmal zum Zahnarzt. Zu dem jungen, überaus attraktiven. Den ich nach der zweiten OP – ich war erleichtert, weil es endlich vorbei war – gefragt habe, ob er mein Schwiegersohn werden möchte. „Das Fräulein beobachtet mein Treiben.“ weiterlesen
Annas Angst – Dienstag (3)
Peter möchte Feierabend machen. Das Pärchen ist gegangen, und ich muss mich nur noch um die Handvoll Menschen kümmern, die interessiert vor den Bücherregalen stehen. Wo sind die plötzlich hergekommen? Ich habe kein Klingeln gehört. „Annas Angst – Dienstag (3)“ weiterlesen
Angeblich strahle ich.
Das kann ich nicht beurteilen, aber ich habe tatsächlich eine Hürde genommen. Bzw. meine Zahnärztin nahm sie. Sie bearbeitete die Prothese so, dass links oben nichts mehr scheuert und schmerzt. Selbst beim Sprechen tat es mir ja weh. Und nun frohlocke ich: Passt, wackelt und hat Luft. Geradezu perfekt im Vergleich zu den letzten Tagen. „Angeblich strahle ich.“ weiterlesen
Ein Freund schrieb mir heute,
er würde nach diesen heftigen Verliebtheitsgefühlen langsam wieder bei sich selbst ankommen. Und wie sieht es bei mir aus? Bin ich wieder ich selbst, wieder bei mir?
Die Frau, die mir aus dem Spiegel entgegenblickt, ist älter als die, die ich kannte. Mit den Wangen stimmt etwas nicht. Gestern habe ich in einem Telefonat noch von rosigen Hamsterbacken gesprochen. Von einem Gesicht, dem der Halt fehlt. Da die untere Prothese noch nicht eingesetzt werden konnte, stimmen die Proportionen nicht. „Ein Freund schrieb mir heute,“ weiterlesen
Nach dem Massaker ist vor dem Massaker
Vielleicht könnte ich es irgendwie lieblich umschreiben. Könnte das Geschehen kompetente Zahnextraktion nennen. Ich könnte auch ein Wort in den Schnee tanzen, aber das wäre nicht meine Wahrheit . „Nach dem Massaker ist vor dem Massaker“ weiterlesen
Der Morgen ist grau. Ich bin noch da. Danke an alle Zuständigen.
Ich schwanke zum Fenster, öffne es, das Thermometer zeigt – 5 Grad. Guten Morgen ihr Schnuckies, rufe ich wie täglich den Vögeln zu. Der Kater antwortet. Was machst du denn hier? Ich warte auf dich. Lass mich rein. Schon ist er verschwunden, ein paar Sekunden später höre ich ihn unten vor meiner Tür schreien. Diese Penetranz am frühen Morgen kann ich überhaupt nicht leiden. „Der Morgen ist grau. Ich bin noch da. Danke an alle Zuständigen.“ weiterlesen