Der Moppedfahrer schraubt im Garten den Motor für die Klospülung auseinander.

Das stand schon lange an.  Er geht sozusagen seiner Berufung nach – er repariert. Gestern brachte ein Nachbar neben einer Ladung Holz für den Küchenofen auch noch einen defekten Lötkolben mit. Der Freund ist für sein Können über die Kiezgrenzen hinaus bekannt.  „Der Moppedfahrer schraubt im Garten den Motor für die Klospülung auseinander.“ weiterlesen

Einfach leben (43) – Aus dem Langzeitprotokoll 2008 – 2012

Doch dann ist der Mann plötzlich da, und ich bin so froh und erleichtert. Überfalle ihn mit der Frage, warum er denn sein Handy ausschaltet. Er stellt die schwere Tüte ab, die voll ist mit den Lebensmitteln, um die ich für die nächste Woche gebeten hatte, das Kuchenpaket kommt auf die kleine Arbeitsfläche. „Einfach leben (43) – Aus dem Langzeitprotokoll 2008 – 2012“ weiterlesen

Einfach leben (42) – Aus dem Langzeitprotokoll 2008 – 2012

Im April fliegen wir nach Frankreich. Der Mann wird in Toulon einen Vortrag über die Friedliche Revolution halten. Was liegt näher, als einen kleinen Abstecher in die Provence zu machen? Wir haben eine kleine Ferienwohnung gemietet, nur zwei Kilometer von der Hazienda der Freunde entfernt. „Einfach leben (42) – Aus dem Langzeitprotokoll 2008 – 2012“ weiterlesen

Wie habe ich eigentlich meine Bestellung formuliert?

Darauf wollte ich doch achten. Habe ich gesagt: „Zwei Croissants, bitte.“? Oder: „Ich hätte gern noch zwei Aprikosen-Buchteln.“

Heute Morgen las ich auf dem Blog von Jules van der Ley von Leuten, die auf dem Markt ihren Kaufwunsch mit „ich bekomme“ einleiten, während der Autor der Geschichte eher die Floskel „ich hätte gern“ benutzt. „Wie habe ich eigentlich meine Bestellung formuliert?“ weiterlesen

Einfach leben (41) – Aus dem Langzeitprotokoll 2008 – 2012

Anfangs ist Judith etwas zurückhaltend, was daran liegen könnte, dass sie sich unklar darüber ist, ob ich aus dem Westen oder dem Osten komme. Nicht, dass das etwas ändern würde, aber sie weiß so etwas sonst sehr schnell. Als ich ihr erzähle, dass ich 1981 in den Westen gegangen bin, lacht sie. „Einfach leben (41) – Aus dem Langzeitprotokoll 2008 – 2012“ weiterlesen

Während ich am Wohnzimmertisch schreibe,

schläft das Fräulein. Eigentlich schläft das Fräulein fast immer. Ich habe ihr für später einen Spaziergang zum Hundeauslauf versprochen. Die Temperaturen sind gemäßigt, man könnte fast von frisch sprechen. Seit einer Stunde regnet es nicht mehr. Beste Voraussetzungen also. Die Hitze der letzten Tage hat mich doch ziemlich beeinträchtigt und unseren Radius eingeschränkt. „Während ich am Wohnzimmertisch schreibe,“ weiterlesen

Einfach leben (40) – Aus dem Langzeitprotokoll 2008 – 2012

Der Zug hat Verspätung, aber wenigstens funktioniert die Heizung. Auf den Feldern liegt Schnee und mir ist ein wenig mulmig zumute. Mit Judith war es schwierig am Anfang. Als ich sie anrief, lag sie krank im Bett. Erfreut war sie nicht über mein Anliegen. „Einfach leben (40) – Aus dem Langzeitprotokoll 2008 – 2012“ weiterlesen

Einfach leben (39) – Aus dem Langzeitprotokoll 2008 – 2012

Ich könnte über meine Familie schreiben. Ein Buch nur über Ernie. Wenn ich mit ihr telefoniere, fühle ich mich in eine andere Zeit versetzt. Sie lebt mit den Verstorbenen, während ich noch ein Leben habe. Sie hat den Tod meines Vaters noch nicht überwunden, jetzt betrauert sie die Exfrau ihres anderen Bruders. „Einfach leben (39) – Aus dem Langzeitprotokoll 2008 – 2012“ weiterlesen